Chinesische Brutalität: Videoclip zeigt, wie Polizei auf einen brennenden Tibeter einschlägt

IGFM München, 23. April 2012

Die in China herrschende Unmenschlichkeit und die völlige Mißachtung gegenüber dem Leben der Tibeter werden in einem 45 Sekunden langen Videoclip, der kürzlich von ICT veröffentlicht wurde, überaus deutlich (1).

Die dramatischen Szenen zeigen, wie chinesisches Sicherheitspersonal erbarmungslos einen Tibeter, der sich selbst angezündet hat, zu Boden wirft und mißhandelt, während sein Körper noch in Flammen steht. Es gab schon ähnliche Berichte, wo die Sicherheitskräfte Tibeter, die sich selbst verbrannten, brutal geschlagen und verstümmelt haben.

Die Aufnahmen entstanden am 14. Januar in Ngaba und dokumentieren den Selbstverbrennungs-Protest von Lobsang Jamyang, 22, einem ehemaligen Mönch des Klosters Andu in Ngaba (2).

Auf seinen feurigen Protest hin kam es zu einer größeren Demonstration, die Polizei schoß in die Menge, wobei eine Reihe von Tibetern verletzt wurde – einige sehr schwer, wie etwa eine Frau, die das Augenlicht verlor, und ein Mann, der durch eine Eisenstange am Hals gefährlich verwundet wurde.

Lobsang Jamyang, der sich um die Förderung der tibetischen Sprache in seinem Heimatdorf verdient gemacht hatte, übergoß sich in der Stadt Ngaba in einer öffentlichen Toilette mit Benzin, trat heraus und setzte sich in Brand. Brennend lief er die Straße entlang und rief Parolen für ein langes Leben des Dalai Lama und Freiheit in Tibet.

Zu Anfang scheint es, als seien die Flammen an Lobsang Jamyangs Körper erloschen, während die bewaffnete Polizei und einige Tibeter um ihn herum stehen. Nach ein paar Sekunden hört man, wie Tränengas abgefeuert wird, um die Menge zu zerstreuen. Später schoß die Polizei sogar auf die Leute, aber der Videoclip endet vorher.

Plötzlich lodert das Feuer von Lobsang Jamyangs Körper wieder auf. In Flammen gehüllt steht er auf und springt herum, während die daneben Stehenden schreien und kreischen. Man hört die Stimme eines Tibeters, der ein Stoßgebet an den Dalai Lama und den Beschützer des Klosters Kirti richtet: „Gyalwang Tenzin Gyatso! Gyalchen Dorje Hwaltsal!“

Dann sieht man, wie die bewaffnete Polizei herbeistürzt, ein paar Sekunden später wirft ein Polizist Lobsang Jamyang mit Hilfe eines Handkarrens zu Boden, und von beiden Seiten versetzen sie ihm Fußtritte, ehe sie die Flammen endgültig löschen.

Warum Lobsang Jamyangs Körper zum zweiten Mal aufloderte, ist nicht ganz klar. Vielleicht hatte er Benzin getrunken und benzingetränkte Kleider getragen, und das Feuer war zunächst schwächer geworden, aber noch nicht ganz erloschen.

Empört über das, was sie soeben gesehen hatten, umstellen ihn mehrere Tibeter und versuchen, die Sicherheitskräfte daran zu hindern, ihn wegzubringen. Und da enden die Aufnahmen ganz plötzlich.

Nach Aussage des Exilklosters Kirti in Dharamsala reagierte das chinesische Sicherheitspersonal, indem es die Leute festnahm und wahllos mit nägelbesetzten Keulen auf sie schlug und sogar in die Menge schoß.

Lobsang Jamyang verschied am 16. Januar in Barkham. Seine Verwandten im Exil berichten, die Polizei habe nachträglich seine Familie aufgesucht und gefordert, daß sie für den durch das Feuer entstandenen Schaden an den Polizeiuniformen aufkomme, weil diese „Staatseigentum“ seien.

„Dies ist nicht das erste Mal, daß die chinesische Polizei mit Gewalt gegen die Selbstverbrenner vorging“, sagte Lobsang Yeshi, ein Mitglied des Exilparlaments. „Auf Pawo Tabey schossen sie und auf andere droschen sie erbarmungslos ein, während sie vorgaben, die Flammen zu löschen. Dieser Vidoeclip wirft ein Licht auf die dunkle Zeit der unzivilisierten und barbarischen Herrschaft Chinas über Tibet“.

(1) Videoclip: http://savetibet.org/files/media/LOSANG%20JAMYANG%20SELF-IMMOLATION.MOV

(2) 18. Januar 2012, „Opfer der jüngsten Selbstverbrennung stirbt“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/Phayul/2012/LobsangJamyangsTod_19.1.html

Quelle: Phayul, www.phayul.com