Chinesische Polizei inhaftiert tibetischen Sänger Amchok Phuljung

IGFM München, 8. September 2012

Der populäre Sänger ist der jüngste Fall einer Festnahme wegen seines Eintretens für die tibetische nationale Identität.

Die Behörden in der südwestchinesischen Provinz Sichuan nahmen einen behinderten tibetischen Sänger fest. Sie beschuldigen ihn, daß er in seinen aufgezeichneten Liedern den Lobpreis des Dalai Lama singe und die Härten des Lebens unter chinesischer Herrschaft schildere.

Er ist das letzte bekannt gewordene Opfer der Behörden von einer Reihe tibetischer darstellender Künstler, welche die tibetische Bevölkerung durch ihre Musik zu mobilisieren verstanden.

Amchok Phuljung (oder Phulchung) wurde am 3. August im Bezirk Barkham in der TAP Ngaba, Provinz Sichuan, in Gewahrsam genommen, wie ein Bewohner der Gegend unter der Bedingung anonym zu bleiben, RFA mitteilte.

„Er war in die Berge entwichen, wo er sich zwei bis drei Monate lang vor der Polizei versteckt halten konnte“ (1). „Drei Mönche aus der Region Golog, die die Texte für Phuljungs Lieder schrieben, leben auch seit über einem Monat in den Bergen versteckt und leiden nun unter akutem Nahrungsmangel“.

Unter den 13 Liedern, die Phuljung im Mai auf seiner fünften DVD mit dem Titel „Unsere schwere Verantwortung“ veröffentlichte, gibt es auch welche, die den Dalai Lama und den tibetischen Premierminister im Exil Lobsang Sangay preisen. „Der Dalai Lama sitzt auf einem goldenen Thron und Lobsang Sangay, politisches Oberhaupt der Tibeter, sitzt auf einem silbernen Thron“, singt Phuljung.

Die chinesischen Behörden bezeichnen den Dalai Lama und Lobsang Sangay regelmäßig als gefährliche Separatisten, und bestrafen jegliche Äußerung der Sympathie oder der Unterstützung der Tibeter für sie daher hart.

In einem weiteren Lied schildert Phuljung das tibetische Volk als eine freundliche und aufrechte Rasse, er mahnt es, der chinesischen Dominanz zu widerstreben, nur reines Tibetisch zu sprechen und „sich zu vereinen und zusammenzuarbeiten“.

China hat seit den 2008 um sich greifenden Demonstrationen Dutzende von tibetischen Schriftstellern, Künstlern, Sängern und Pädagogen ins Gefängnis geworfen, weil sie für ihre kulturelle und nationale Identität eintraten.

Am 29. Juli wurde ein anderer populärer tibetischer Sänger festgenommen, vermutlich wegen der politisch heiklen Inhalte seiner Lieder. Choksal, gebürtig aus dem Bezirk Driru in der TAR, wurde in Xining, der Provinzhauptstadt von Qinghai von der Polizei in Gewahrsam genommen, die ihm erklärte, die Behörden in Driru und Lhasa fahndeten nach ihm (2).

„Das tibetische Publikum liebt ihn, weil er Lieder über den Dalai Lama und das tibetische Volks sang, aber die Chinesen verfolgten jeden seiner Schritte. Das Sicherheitspersonal verbot ihm, in der Öffentlichkeit aufzutreten und beschlagnahmte seine Platten in tibetischen Musikgeschäften in Lhasa und Driru“.

(1) 22. Juni 2012, „Chinesische Polizei fahndet nach einem populären tibetischen Sänger, der politisch heikle Lieder sang“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2012/Phulchung-Saenger_11.6.html

(2) 14. August 2012, „Wieder ein tibetischer Sänger festgenommen und seither verschwunden“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2012/Chogsal-Saenger_14.8.html

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org