Dramatische Situation in Tibet: Dazu drei Aussagen aus drei verschiedenen Regionen

IGFM München, 23. Juli 2012

Aus drei verschiedenen Regionen sprachen Tibeter über die schwierige Situation, welcher sie sich unter der immer +brutaler werdenden chinesischen Gewaltherrschaft gegenübersehen.

Ein Mann aus Chamdo (TAR) in Kham berichtete, daß es dort allen Tibetern, einschließlich der Mönche, verboten worden sei, in andere Provinzen und Bezirke zu reisen und daß viele Leute ganz ohne Grund einfach festgenommen würden. Manchmal, wenn sie nur auf Straße gehen, stoppt die Polizei sie und unterzieht sie demütigenden Befragungen und Leibesvisitationen.

„Und was mich betrifft, nur weil ich nun diese Informationen an Außenstehende gegeben habe, sehen die Behörden mich als einen Verräter und Verbrecher an, ja mein Leben ist sogar jetzt in Gefahr“, fügte er hinzu.

Indessen erklärte ein anderer Tibeter aus Amdo (Provinz Qinghai), daß es unendlich viele Schwierigkeiten in Tibet gibt. Aber am beunruhigendsten sei die Lage an den Schulen. In den tibetischen Schulen wurde die Unterrichtssprache auf Chinesisch umgestellt, so daß die Schüler allmählich ihre eigene Sprache und Kommunikationsformen verlernen. Tibetische Schüler finden es immer schwieriger, die Prüfungen abzulegen, nicht nur wegen der chinesischen Sprache, sondern auch wegen der Gebühren, die besonders an den Oberschulen übertrieben hoch und unerschwinglich sind.

Auch in den Klöstern wird die Lage immer schlimmer. Tibetische Mönche, die in jungen Jahren ihre Gelübde ablegten, aber noch nicht 18 Jahre alt sind, werden nach Hause geschickt, wo sie wie die anderen Leute auch leben müssen. Sie finden zumeist keine Arbeit, denn sie haben keinen Beruf erlernt, um sich und ihre Familien über dem Wasser zu halten. Da sie nicht mehr im Kloster leben dürfen, wird das Leben sehr schwierig für sie. Und diejenigen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben und Mönche werden möchten, brauchen die Genehmigung der chinesischen Regierung, die kaum zu bekommen ist. Obwohl nach den monastischen Regeln die Gelübde in jedem Alter abgelegt werden können, machen die bürokratischen Prozeduren es den Tibetern nahezu unmöglich, diesen Lebensweg zu wählen und dieses grundlegende Menschenrecht in Anspruch zunehmen.

Eine weitere sehr besorgniserregende Entwicklung, die den Tibetern schrecklich zusetzt, ist die Seßhaftmachung der Nomaden, die bisher im Weide- und Bergland leben. Die chinesische Politik der festen Ansiedelung hat die indigenen Nomaden in Ghettos verbannt, wo sie eine armselige anfängliche Niederlassungshilfe von 1000 Yuan bekommen und danach sich selbst überlassen bleiben, um sich in den beengten Häuseranlagen durchzukämpfen.

Ein Mönch des Klosters Kirti, Bezirk Ngaba, sagte, daß es seit ein paar Jahren ein ständiges Ansteigen der Zahl der Armeeposten um das Kloster herum und in der nahegelegenen Stadt gibt. Die ganze Gegend steht unter ständiger Überwachung, Tag und Nacht. Den Mönchen im Kloster wurden ihre Mobiltelefone weggenommen. Und die Einheimischen haben ihr Recht auf Freizügigkeit verloren, denn ohne Zustimmung oder Einmischung der von der Regierung eingesetzten Armeeposten können sie nirgendwo hingehen, nichts tun

The Tibet Post International, www.tibetpost.net