Im Nordwesten von Amdo tibetischer Schulleiter entlassen, Schüler inhaftiert

IGFM München, 13. April 2012

Die Behörden in der Präfektur Tsojang (Haibei) im Nordwesten der Provinz Qinghai enthoben einen Schulrektor des Amtes, verhafteten und verwiesen Schüler von der Schule, weil sie gegen die chinesische Bildungspolitik protestiert hatten.

Der Protest richtete sich gegen die Einführung von Chinesisch als Unterrichtssprache auch an den kommunalen Schulen für die Einheimischen. „Am 26. März gingen die chinesischen Behörden im Bezirk Kangtsa, TAP Tsojang (chin. Haibei), gegen 17 Schüler und den Rektor der Minderheitenschule von Kangtsa vor“, teilte der in Südindien lebende Mönch Wangden Gyal unter Berufung auf Quellen in der Region RFA mit.

Die Schüler und ihr Rektor waren zur Bezirksverwaltung gezogen und hatten „Freiheit für Tibet, die Rückkehr des Dalai Lama, und das Recht auf die Verwendung ihrer eigenen Sprache im Unterricht gefordert“, erklärte er. Sie brachten auch ihre Solidarität mit den 33 Mönchen, Nonnen und Laien, die sich seit 2009 selbst in Brand gesetzt hatten, um gegen Pekings Herrschaft in den tibetischen Gebieten zu protestieren, zum Ausdruck.

„Die chinesische Polizei und paramilitärische Kräfte griffen die protestierenden Schüler an und nahmen einige von ihnen fest… drei wurden ins Gefängnis gesteckt, fünf sind von der Schule verwiesen worden und sieben oder acht werden noch zu Ermittlungszwecken festgehalten“, fuhr Wangden Gyal fort.

„Yungdrung Gyaltsen, der Schulleiter, ist unter dem Verdacht der Mitwirkung bei der Protestaktion gefeuert worden“. Das Alter der Schüler und Einzelheiten bezüglich der Vorwürfe gegen sie waren nicht sofort herauszufinden.

Die Tibeter setzten ihre Kampagne zur Verteidigung ihres Rechte auf ihre Muttersprache fort, als am 14. März etwa 4.000 Schüler in Qinghai auf die Straße gingen und gegen eine geplante Änderung in der Unterrichtssprache an den tibetischen Schulen protestierten. Es war die größte Protestaktion seit Oktober 2010, als Tausende von tibetischen Mittel- und Grundschülern aus vier Präfekturen von Qinghai tagelang gegen die Sprachpolitik der Regierung demonstrierten.

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org