Gabriele Remscheid
Germany
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Interview mit der Autorin Gabriele Remscheid
Guten Tag Frau Remscheid, soeben ist ihr Buch „Gesprengte Fesseln“ auf dem Markt erschienen. Sie erzählen darin von ihren eigenen Erfahrungen. Was war Ihre Motivation damit an die Öffentlichkeit zu gehen?
>> Meine Motivation ist im Buch verborgen. In all den Jahren hätte ich mir einen Menschen gewünscht, der nicht weg sieht sondern mir seine Hand reicht.> Ja ich wünsche mir, die Gesellschaft für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren. Erst wenn die Gesellschaft begreift, also mein nahes Umfeld, dass es keine Privatangelegenheit ist, wenn es Gewalt in einer Beziehung gibt dann werde ich aufhören.> Bei normalen Auseinandersetzungen kommt es nicht zu körperlichen Übergriffen, dessen Folgen für jeden sichtbar sind und ihn deshalb zum eingreifen motivieren sollten. Schwerer ist es wenn es sich nur um psychische Gewalt handelt. Die kann ein Unbeteiligter nur selten erkennen. Ich persönlich werde auf grund meiner Erfahrungen immer stutzig wenn ich auf eine normale Frage zu hören bekomme, muss ich erst mal fragen, muss ich mit meinem Mann sprechen. Dies klingt für mich wie Erlaubnis holen. Bei meinem heutigen Mann benötige ich für nichts eine Erlaubnis, und ich denke so sollte eine gesunde Beziehung sein. > Nein!!! Häusliche Gewalt kommt in allen sozialen Schichten vor. Das hat weder etwas mit Status, Bildung oder Nationalität zu tun. Studien belegen das jede vierte Frau in Deutschland, in einer gewaltgeprägten Beziehung lebt, oder Erfahrungen gemacht hat. > Meine Beziehung zu Männern ist gut. Ich kann für einen nicht alle verteufeln. Aber auch heute noch meide ich Männer die ein Alkoholproblem haben, oder ein hohes Gewaltpotenzial. Feste auf denen übermäßig getrunken wird, meide ich nach Möglichkeit. > Nein dies ist für mich undenkbar. Die Angst das einer dieser Angetrunkenen ausrastet, es zu Ausschreitungen kommen könnte, lässt allein schon jetzt bei dem Gedanken daran mein Herz rasen, meine Hände werden feucht. In einer solchen Situation würde ich eine Panikattacke bekommen.> Wenn Sie die Kinder selber fragen würden, bekämen sie die Antwort mir geht es gut. Doch ich weiß das es ihnen nicht gut geht. Alle vier haben in der Schule versagt, kämpfen zum Teil jetzt auf dem zweiten Bildungsweg darum doch noch eine Ausbildung zu schaffen. Mein jüngster ist ebenfalls auf die schiefe Bahn geraten, allerdings weniger Alkohol dafür Drogen. Heute weiß ich es wäre besser gewesen früher zu flüchten, anstatt die Kinder solange diesem Umfeld aus zu setzen.> Ich habe mehrfach versucht Hilfe zu bekommen. Habe die Polizei angerufen, und einmal war ich im Frauenhaus. Die Hilfe die mir dort angeboten wurde, hätte die Trennung von den Kindern bedeutet. Die Räumlichkeiten dort waren sehr klein, und sie wollten die Kinder in Heimen unterbringen, bis ich eine Wohnung und Arbeit gefunden hätte. Eine Trennung von den Kindern war für mich unvorstellbar, und so gingen wir wieder zurück. > Ich glaube anders, denn durch das zurück gehen habe ich ihnen geschadet. Wobei ich natürlich auch nicht weiß, ob es anders oder besser gewesen wäre wenn sie in Heimen gewesen wären. > Ja, ich sage immer wieder, flüchtet nach dem ersten Übergriff. Glaubt nicht den Beteuerungen das es ihm leid tut. In dem Augenblick stimmt diese Aussage zwar, doch er wird es immer wieder tun. Kein Mensch hat es verdient regelmäßig mit Gewalt konfrontiert zu werden. Gabriele Remscheid kämpft gegen häusliche GewaltGabriele Remscheid
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