Ownership-Fonds MS Pride of Madrid und MS Pride of Paris insolvent - was können Anleger tun?

Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht, 30. April 2012

Die beiden Schiffe der vom Emissionshaus Ownership in den Jahren 2007 und 2008 vertriebenen Schiffsfonds MS "Pride of Madrid" und MS "Pride of Paris" (ehemals MS "Beluga Fascination" und MS "Beluga Flirtation") sind insolvent. Wie das fondstelegramm am 27. April 2012 berichtete, wurde über das Vermögen der beiden Schiffsgesellschaften die Zwangsverwaltung angeordnet (Az. 517 IN 3/12 und 517 IN 4/12). Beide Schiffe sind von der Pleite der Bremer Beluga-Gruppe Anfang 2011 betroffen.

Die "Pride of Madrid" und die "Pride of Paris" wurden unter den Namen "Beluga Fascination" und "Beluga Flirtation" von Beluga bereedert und waren auch an die Beluga-Gruppe verchartert. Die Bemühungen von Ownership, die beiden Schiffe wieder auf eine solide Grundlage zu stellen sind, wie das manager-magazin jetzt berichtet, gescheitert. Die NordLB, die beide Schiffe finanziert hat, hat dem vorgelegten Konzept ihre Zustimmung versagt. Für jeweils rund 300 Anleger, die in jeden der Fonds rund 10 Mio. € Eigenkapital investiert haben, dürfte damit der Totalverlust ihrer Einlagen eingetreten sein.

Für die betroffenen Anleger der Ownership Schiffsfonds MS "Pride of Madrid" und MS "Pride of Paris" stellt sich jetzt die Frage, ob sie ihr Geld endgültig abschreiben müssen, oder ob es Möglichkeiten gibt, gegebenenfalls von Dritter Seite den Schaden ersetzt und ihr investiertes Kapital zurück zu bekommen.

Schadenersatz wegen Falschberatung

Für zahlreiche Schiffsfonds-Anleger haben wir sowohl die Beratung als auch die Prospekte geprüft und sehen eine Vielzahl möglicher Aufklärungspflichtverletzungen, die Schadenersatzansprüche der Anleger gegen die sie beratenden Banken, Sparkassen und "freie" Berater sowie Prospektverantwortliche nach sich ziehen. Nachfolgend finden Sie nur einige wenige:

Schiffsfonds sind eine hochspekulative Anlage: Bei einem Schiffsfonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung, die mit zahlreichen Risiken behaftet und daher als hochspekulativ einzustufen ist. Dennoch wurde sie in vielen Beratungen als sichere Anlage dargestellt.

Nicht als Altersvorsorge geeignet: Als hochspekulative Anlage mit Totalverlustrisiko sind Schiffsfondsbeteiligungen nicht als Altersvorsorge bzw. zur Geldanlage im Alter geeignet. Dennoch wurde sie vielfach gerade als Altersvorsorge empfohlen.

Risiken für Charterreinnahmen wurden verschwiegen: In zahlreichen uns bekannten Fällen wurden die prognostizierten Ausschüttungen als sicher dargestellt, von Risiken, insbesondere hinsichtlich der Höhe der erzielbaren Chartereinnahmen war nicht die Rede.

Keine Veräußerung auf dem Zweitmarkt möglich: Die Anleger wurden oftmals auch nicht darauf hingewiesen, dass eine Veräußerung der Anteile infolge des Fehlens eines Zweitmarkts faktisch unmöglich ist, so dass eine langfristige Bindung des investierten Kapitals eingegangen wird.

Verschweigen von Kickbacks: Die im Vertrieb des Fonds involvierten Banken haben darüber hinaus bis ins Jahr 2008 hinein in keinem uns bekannten Fall auf die an sie erfolgsabhängig fließende Vertriebsprovision hingewiesen. Nach der kickback-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wären sie hierzu verpflichtet gewesen.

Warnung vor Überkapazitäten und Verfall der Charterraten in der Wirtschaftspresse: Hinzu kommt, dass es in den Jahren 2006 und 2007 zahlreiche Stimmen in der seriösen Wirtschaftspresse gab, die erhebliche Überkapazitäten an Schiffen und sinkende Frachtraten prognostiziert haben. Prognosen, die in keiner der uns bislang bekannt gewordenen Beratung berücksichtigt wurden.

Risiko Schiffsbetriebskosten: Die Schiffsbetriebskosten sind in den Jahren 2000-2006 extrem angestiegen. Insbesondere Personalkosten und Schmierstoffe, die von den Fondsgesellschaften zu tragen sind, erfuhren starke Teuerungsraten. Auf diese Entwicklung, die entscheidenden Einfluss auf die künftige Rentabilität der Anlage haben konnte, hätten die Berater ihre Kunden hinweisen müssen.

Gerne stehen wir Anlegern dieser Ownership-Fonds für eine individuelle Beratung zur Verfügung.

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