Pilgerin stürzt bei Umgehen der Sicherheitskontrollen zu Tode, ihre Begleiterin wird schwer verletzt

IGFM München, 20. Juli 2012

Als kürzlich zwei Tibeterinnen aus Amdo nach Lhasa pilgern wollten, starb die eine und die andere mußte schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem sie bei dem Versuch, die Behördenkontrolle zu umgehen, von einer Felswand abgestürzt waren. Die Regierung hat zahlreiche neue Checkpoints eingerichtet, um die Aktivitäten der Pilger, die auf dem Weg zum Jokhang-Tempel nach Lhasa sind, zu überwachen.

„Die zwei Tibeterinnen, die der chinesischen Blockade ausweichen wollten, hatten einen tragischen Unfall, der zum Tod der einen und schweren Verletzungen der anderen führte“, erfuhr RFA aus einer Quelle aus Lhasa.

„Namgyal Tso, eine Frau in den Fünfzigern, und ihre Begleiterin, die Nonne Ani Agon, pilgerten von Luchu (chin. Luqu) in der TAP Kanlho, Präfektur Gansu, nach Lhasa, wo sie an der heiligsten Stätte Tibets, dem Jokhang-Tempel beten wollen“.

Ihr Weg führte sie durch den Bezirk Chamdo, wo das Sicherheitspersonal alle tibetischen Reisenden anhielt und genau kontrollierte, ehe es sie nach Lhasa weiterziehen ließ. „Um diese chinesische Absperrung zu umgehen, wählten sie einen Pfad weiter oben, aber unglücklicherweise fielen sie einen Felsen hinunter, wobei Namgyal Tso starb und ihre Freundin Ani Agon schwere Verletzungen davontrug“.

Der Quelle zufolge wiesen die Behörden in Lhasa kürzlich „mehrere Hundert Tibeter“ aus Kham und Amdo, sowie aus Teilen der TAR aus Lhasa aus und schickten sie an ihre Herkunftsorte zurück. Nach dem Vorfall mit den zwei Selbstverbrennungen in Lhasa Ende Mai hat die Regierung die Überwachung drastisch verschärft, und Tibeter, die zu der Hauptstadt reisen, werden immer wieder an Checkpoints angehalten.

„Leute, die von Amdo und Kham nach Lhasa reisen, unterliegen strengen Einschränkungen“, fuhr die Quelle fort, und das ist genau der Grund, weshalb die beiden Frauen eine so gefährliche Route wählten. „Als die zwei sahen, daß die Polizei die Tibeter in Chamdo stoppte, gingen sie höher hinauf, aber stürzten dann leider ab“.

Schon im Mai wurde berichtet, daß die Polizei Pilger und andere, die sich nach Lhasa begeben wollten und die sie ohne die notwendigen Ausweispapiere antraf, an ihre Herkunftsorte zurückschickte (1).

Ein Pilger berichtete, daß er unterwegs 50 Kontrollpunkte passieren mußte, die östlich von Lhasa in den Bezirken Pome, Pashoe und Nyingtri der TAR aufgestellt worden waren. Reisende und Pilger mußten den Grund ihrer Reise nennen und angeben, wo sie in der Hauptstadt absteigen würden.

Selbst nach so einer strengen Überprüfung dürfen die auswärtigen Tibeter nicht mehr als einen Monat in Lhasa bleiben, sie müssen sich bei ihrer Ankunft bei der Polizei registrieren lassen und vor ihrer Abreise wieder abmelden.

Pilger aus Kham und Amdo, den Regionen, wo es zu den Selbstverbrennungen und anderen Protestaktionen kam, unterliegen besonders strengen Bestimmungen.

Indessen meldete Tibet-Radio in Lhasa am 5. Mai, daß im Bezirk Chamdo der Präfektur Chamdo entlang der Straßen etwa 50 Polizei-Kontrollhäuschen aufgestellt worden seien, wobei die Einrichtung weiterer Überwachungsstationen in den zehn anderen Bezirken der Präfektur folgen werde. Die Stationen im Bezirk Chamdo seien schon personell gut ausgestattet und voll funktionsfähig.

Etwa 130 ähnliche Kontrollstationen, die von den Ortsansässigen als „Hundezwinger“ bezeichnet werden, sind bereits in der Stadt Lhasa in Betrieb, verlautet aus einer anderen dortigen Quelle.

10. Mai 2012, „Überall in Tibet neue Polizei-Kontrollpunkte: Restriktionen für Pilger und Reisende“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2012/NewCheckposts_10.5.html

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org