Start der Globalen Aktionswoche für Bildung 2006 / Mehr Entwicklungshilfe für Grundbildung gefordert

PresseEcho.de, 24. April 2006

Berlin (ots) - Unter dem Motto "Lehrerinnen und Lehrer für alle!"
startet heute weltweit die Aktionswoche für Bildung. Organisiert von
der Globalen Bildungskampagne, finden bis zum 30. April in vielen
Ländern der Welt Aktionen statt, die Druck auf die Regierungen der
Entwicklungsländer und der Geberländer ausüben sollen, damit diese
ihr gegebenes Versprechen, allen Kindern bis zum Jahr 2015 eine
kostenlose, gute Grundbildung zu ermöglichen, auch einhalten.

In Deutschland beteiligen sich Hunderte Schulen an der
Aktionswoche. Lehrer und Schüler gestalten thematische
Unterrichtsstunden und diskutieren eine der Hauptursachen für die
weltweite Bildungskrise: den akuten Mangel an Lehrkräften in
Entwicklungsländern. Ihre Vorschläge zur Lösung des Problems und ihre
Forderungen an die Bundesregierung stellen die Schülerinnen und
Schüler in Dossiers zusammen, die im Anschluss an die Aktionswoche an
sämtliche Mitglieder des Bundeskabinetts sowie den Präsidenten und
die Vizepräsident/innen des Bundestages übermittelt werden.

Dabei ist es eine der Hauptforderungen der Globalen
Bildungskampagne, die Bundesregierung zu einer Erhöhung der Mittel
für Grundbildung in armen Ländern zu bewegen. Denn obwohl die
Bundesregierung 2002 ankündigte, ihre Entwicklungshilfeausgaben im
Bereich der Grundbildung bis 2007 auf 120 Millionen Euro jährlich zu
erhöhen, stagnieren sie seitdem bei ca. 70 Millionen Euro. Eine
Anhebung der Entwicklungshilfe ist eine zentrale Vorraussetzung
dafür, dass vermehrt Lehrkräfte eingestellt werden und so der akute
Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern in Entwicklungsländern behoben
werden kann.

Die Schirmherrin der Globalen Bildungskampagne in Deutschland,
Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina
in Frankfurt (Oder), sagt dazu: "Gerade ein Land wie Deutschland, in
dem Bildung immer einen großen Stellenwert hatte, sollte die
Förderung von Bildung auch in seiner Entwicklungszusammenarbeit zu
einer Priorität erklären. Dementsprechend sollte die Bundesregierung
ihre Zuwendungen in diesem Bereich nicht hinter versprochene Vorgaben
zurückfallen lassen."

Die Aktionswoche für Bildung findet seit 1999 alljährlich im April
statt und wird von der Globalen Bildungskampagne (Global Campaign for
Education - GCE) organisiert. Die GCE ist ein Bündnis
zivilgesellschaftlicher Organisationen und existiert in über 150
Ländern. Sie setzt sich für die Durchsetzung des Millenniumsziels
einer kostenlosen und qualitativ guten Grundbildung für alle bis zum
Jahr 2015 ein. In Deutschland engagieren sich Aktion Weißes
Friedensband, CARE, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft,
Kindernothilfe, Oxfam, Plan International, World Vision und World
University Service gemeinsam in der Kampagne.

Welche Aktionen sind während der Aktionswoche weltweit geplant?
Beispiele:

Die indonesischen Mitglieder der Globalen Bildungskampagne
veranstalten in fünfzehn Provinzen des Landes öffentliche
Kundgebungen, Foto- und Kunstausstellungen, um das Bewusstsein für
die Bedeutung von gut ausgebildeten und angemessen bezahlten
Lehrkräften zu fördern.

In Burundi, wo erst im letzten Jahr durch eine erfolgreiche
Kampagne eine Senkung der Schulgebühren erreicht wurde, werden
Lehrkräfte und Schüler/innen für die Einstellung von mehr
Lehrer/innen und eine Reduzierung der Klassengrößen demonstrieren.

In Kanada wird die Globale Bildungskampagne das weltweit größte
Poster erstellen, auf dem die Schüler/innen sich mit ihren
Forderungen verewigen können.

Weitere Informationen unter www.campaignforeducation.org und
www.bildungskampagne.org

Wie ist die Bildungssituation in den Entwicklungsländern?

- Positiv ist zu berichten, dass die Einschulungsrate in
Entwicklungsländern im Jahr 2002 83,2% betrug, während es 1998
nur 82% waren.
- Millionen Kinder verlassen die Schule allerdings, bevor sie
richtig lesen und schreiben können. Immer noch gehen weitaus
weniger Mädchen in die Schule als Jungen.
- Immer noch bleibt ca. 100 Millionen Kindern das Recht auf
Bildung verwehrt. Acht von zehn dieser Kinder leben in Afrika
südlich der Sahara oder in Südasien.
- 15 Millionen zusätzliche Lehrkräfte wären nötig, um bis 2015
allen Kindern weltweit eine kostenlose und qualitativ
hochwertige Grundbildung bei einem Schüler/Lehrer-Verhältnis von
40:1 zu ermöglichen (Millennium-Entwicklungsziel 2).
- Die weltweiten jährlichen Entwicklungshilfeausgaben im Bereich
der Grundbildungsförderung in Entwicklungsländern belaufen sich
momentan auf ca. 2,6 Milliarden USD. Diese müssten auf ca. 12
Milliarden USD/Jahr anwachsen, um das
Millennium-Entwicklungsziel 2 zu erreichen.

Originaltext: Oxfam Deutschland e.V.
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