Tibeter, der sich am 7. Juli verbrannte, erliegt seinen schweren Verbrennungen

IGFM München, 19. Juli 2012

Der junge Tibeter, der sich am 7. Juli in Damshung, im Bezirk Lhasa, selbst anzündete, ist seinen Verletzungen erlegen. Tsewang Dorje wurde nach seinem feurigen Protest in ein Militärhospital nach Lhasa gebracht.

„Er wurde in das Militärhospital in der Nähe des Klosters Sera eingeliefert, weil er in dem Kreiskrankenhaus von Damshung nicht behandelt werden konnte. Sein ganzer Körper war verbrannt und er starb noch in derselben Nacht“, verlautet aus einer Quelle in Nepal.

Einer Quelle von Radio Free Asia zufolge ist Dhargye, 25, der sich zusammen mit Dorjee Tseten, 19, am 27. Mai vor dem historischen Jokhang Tempel in Lhasa in Brand setzte, noch am Leben und wird im Sangyib Gefängniskomplex in Lhasa behandelt.

„Dhargye wurde in dasselbe Militärhospital an der Straße nach Sera gebracht, später wurde er in das Polizeihospital verlegt. Jetzt ist er in der Einheit No. 4 des Sangyib Gefängniskomplexes in Lhasa“, fährt die Quelle fort. Der andere junge Mann, der von RFA mit Tobgye Tseten genannt wird, erlag noch am selben Tag seinen Verbrennungen.

Dhargyes Vater Lodey aus Ngaba reiste kürzlich nach Lhasa, um sich nach dem Ergehen seines Sohnes zu erkundigen, doch er wurde abgewiesen. „Loday konnte nicht einmal bestätigt bekommen, ob sein Sohn noch in Lhasa ist, geschweige denn etwas über seinen Zustand in Erfahrung bringen“.

Kalon Tripa Dr. Lobsang Sangay sagte in seiner Rede zum 77. Geburtstag des Dalai Lama, die derzeitige Welle der Selbstverbrennungen in Tibet zeige, daß „die Sehnsucht der Tibeter nach Freiheit und Menschenwürde unvermindert stark“ sei. Dr. Sangay rief auch zu einer globalen Solidaritäts-Mahnwache am 8. August auf, dem Tag, an dem er vor einem Jahr sein Amt antrat.

„Diese internationale Mahnwache soll zum Gedenken an jene dienen, die ihr Leben für Tibet hingaben, und gleichzeitig dazu, Solidarität mit allen denjenigen in Tibet zu bekunden, die unter der chinesischen Herrschaft weiterhin Unterdrückung erfahren“, sagte der Kalon Tripa.

Der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala zufolge zündeten sich vom 27. Februar 2009 bis zum 15. Juni 2012 zweiundvierzig Tibeter selbst an, um mehr Freiheit in Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil zu fordern. Einschließlich Dhargye sind 33 von ihnen bei ihrem feurigen Protest oder kurz danach verstorben, sechs erlitten schwere Verletzungen und befinden sich in einem kritischen Zustand, während das Schicksal und der Verbleib von vier von ihnen weiterhin unbekannt sind.

27. Mai 2012, „Erster Fall von Selbstverbrennung in Lhasa: Zwei junge Tibeter setzen sich in Brand“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2012/Lhasa-Selbstverbrennungen_27.5.html

"43. Selbstverbrennung aus Protest gegen die chinesische Politik, Zeugen festgenommen", http://www.igfm-muenchen.de/tibet/ctc/2012/TsewangDorjeeSelf_10.7.html