Tibetischer Geschäftsmann wegen Widerspruch gegen die Konfiszierung seines Grundbesitzes festgenommen

IGFM München, 24. April 2012

Die Polizei in der Präfektur Kardze in der Provinz Sichuan nahm diese Woche einen tibetischen Geschäftsmann fest, der sich gegen die Beschlagnahmung seines Grund und Bodens gewehrt hatte. Später wurden auch noch seine Frau und ein Verwandter abgeführt.

Der 48jährige Sonam Gonpo wurde am 10. April in Gewahrsam genommen, als er die Bezirksverwaltung in Kardze ersuchte, die Bauarbeiten auf seinem Grundstück einzustellen, das diese für sich in Anspruch nehmen wollte, teilte der Mönch Pema Tsewang aus Südindien, der in Kontakt zu der Gegend steht, mit.

„Die Amtspersonen schenkten Gonpo Sonam kein Gehör und riefen statt dessen die Polizei, die Sonam Gonpo zusammen mit seinem Bruder Khedrup festnahm“, sagte Tsewang.

Weil sie fürchteten, daß auch ihnen ihr Land weggenommen werden könnte, protestierten nun zahlreiche Ortsansässige, unter ihnen auch Gonpos Frau, und forderten die Rückgabe des Grundstücks an seinen rechtmäßigen Besitzer. Sie sagten, ihr Lebensunterhalt hinge von ihrem Ackerland ab und ohne es seien sie zum Sterben verurteilt. Sie legten sich einfach vor den Planierraupen auf den Boden. Die chinesische Polizei drohte ihnen mit schlimmen Folgen und nahm dann Gonpos Frau und noch eine Tibeterin, Sangay Kelsang, fest.

Wie überall in China, gilt auch in den tibetischen Präfekturen von Sichuan alles Land als dem Staat gehörend, meinte der Tibet-Experte Robbie Barnett. „Aber die Leute haben Nutzungsrechte, sie haben es sozusagen gepachtet, würden wir im Westen sagen“. Und ehe das Land von den Behörden in Anspruch genommen werden darf, müssen diese „konkrete Gründe für ihre Handlung nennen und außerdem eine Entschädigung zahlen“.

Sonam Gonpo, aus dem Dorf Lhopa stammend, ist bereits dreimal zuvor inhaftiert gewesen. Am 19. März 2009 nahm ihn die Polizei fest, weil er „Gerüchte verbreitet“ habe. Danach schlugen sie ihn, während er in Gewahrsam war und beschlagnahmten seinen Lastwagen, ebenso eine größere Menge an cordyceps sinensis, dem in der Heilkunde so wichtigen Raupenpilz, mit dem in der Gegend viel gehandelt wird.

Am 11. März 2011 nahmen sie ihn wieder fest, weil er zwei Mönchen des Kardze Tsetsang Klosters, die gerade aus dem Gefängnis entlassen worden waren, einen festlichen Empfang bereitete. Einen Monat lang war er in Gewahrsam. „Und wenige Tage später nahmen sie ihn erneut fest und sperrten ihn fast ein Jahr lang hinter Gitter“.

Quelle: Radio Free Asia, www.rfa.org