Zwei tibetische Mönche des Klosters Zilkar zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt

IGFM München, 24. Oktober 2012

Im Zuge der staatlichen Verfolgung von Tibetern, die von den Behörden der Teilnahme an friedlichen Protestaktionen verdächtigt werden, wurden zwei Mönche des Klosters Nyitso Zilkar im Bezirk Tridu (chin. Chengduo), TAP Yushu, Provinz Qinghai, zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Ein chinesisches Gericht in der Stadt Siling (chin. Xining) sprach das Urteil über Sonam Sherab, 45, und Sonam Yignyen, 44, wobei die Anklagen gegen die beiden unbekannt sind. Sie wurden zusammen mit drei anderen Mönchen, Lobsang Jinpa, 30, Tsultrim Kalsang, 25, und Ngawang Monlam, 30, am 30. September von Sicherkräften in einem Überraschungsangriff auf das Kloster festgenommen (1).

Quellen aus Tibet zitierend sagte ein Mönch aus Südindien, Lobsang Sangyal, die gesamte Region um das Kloster Zilkar stehe unter strenger Überwachung durch chinesisches Sicherheitspersonal, das die Tibeter dort vernimmt und ihre Bewegungsfreiheit einschränkt.

„Die scharfen dem Kloster auferlegten Kontrollmaßnahmen erweisen sich als sehr hinderlich für den Tagesablauf und das Studium der Mönche, während die Einheimischen infolge der ständigen Befragungen und Schikanen sich beim Erwerb ihres Lebensunterhalts und ihre Kinder beim Schulbesuch und Lernen beeinträchtigt sehen“.

Die Lage und der Verbleib der anderen festgenommenen Mönche, einschließlich Tenzin Sherabs, der am 1. Oktober verhaftet wurde, bleiben weiterhin unbekannt.

Am 1. September überfielen die Sicherheitskräfte in großer Zahl das Kloster und konfiszierten elektronische Ausrüstungsgegenstände wie Computer und CDs in den Unterkünften der fünf Mönche. Ihre Kameraden, die darum flehten, sie freizulassen, wurden schrecklich verprügelt.

Es wird angenommen, daß die Festnahmen und Verurteilungen im Zusammenhang mit den friedlichen Demonstrationen in der Gegend am 8. Februar 2012 stehen.

Tausende von Tibetern in Tridu hatten an einer friedlichen Protestaktion teilgenommen, die zeitgleich mit der globalen, von der Tibetischen Zentralverwaltung in Dharamsala ausgerufenen Mahnwache durchgeführt wurde.

Etwa 400 Mönche des Klosters Zilkar marschierten mit Spruchbändern in Richtung der Stadt Dzatoe, sie forderten die Rückkehr des Dalai Lama, die Freilassung politischer Gefangener, einschließlich des 11. Panchen Lama und die Achtung vor dem Leben der Tibeter.

Obwohl es am Protesttag keine unmittelbaren Festnahmen gab, wurden am 16. Februar drei Mönche - Sonam Gyewa, Lobsang Samten und Lobsang Nyima - festgenommen und später vom Mittleren Volksgericht in Siling in einem geheimen Verfahren ohne Beisein ihrer Familienmitglieder verurteilt.

(1) 2. September 2012, „Fünf tibetische Mönche des Klosters Zilkar festgenommen“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2012/Zilkar-5Moenche_4.9.html