Pressemitteilung vom 21.04.2006 15:11 Uhr
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Gregor Gysi: Wolfgang Schäuble beleidigt den Osten

Berlin (ots) - Zu den Äußerungen von Bundesinnenminister Schäuble
im Zusammenhang mit dem rassistischen Mordversuch an einem Deutschen
dunkler Hautfarbe erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE.,
Gregor Gysi:

Wenn die festgenommenen Verdächtigen die abscheuliche Tat gegen
den Deutschen äthiopischer Herkunft begangen haben sollten, waren sie
zum Ende der DDR 14 und 15 Jahre alt. Rechtsextremistische
Einstellungen haben sie ergo erst in der Bundesrepublik angenommen.
Eine deutlichere Widerlegung der beleidigenden These von Wolfgang
Schäuble über den Osten ist kaum denkbar.

Im Übrigen sind die meisten Rechtsextremisten Jugendliche und
junge Erwachsene und damit erst in der BRD geboren worden, zumindest
aber hier zur Schule gegangen. Was Herr Schäuble aber ganz vergisst:
Die Arbeitslosigkeit ist im Osten doppelt so hoch, die sozialen
Probleme sind deutlich gravierender - und es ist leider so, dass
unter solchen Bedingungen Rechtsextremismus leichter einen Nährboden
vorfindet.

Es ist ein Versagen der gesamten Gesellschaft, wenn in ihr
Rechtsextremismus um sich greift. Der Versuch aber, einem
untergegangenen Staat die Schuld zuzuschieben, geht nicht nur fehl,
sondern verhindert eigene notwendige Anstrengungen im Kampf gegen
Rassismus und Ausländerfeindlichkeit.

Originaltext: Die Linke.PDS
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