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Polizei unterbindet Feiern zur Verleihung der Goldmedaille an den Dalai Lama
(presseecho) Am 23. Oktober hatte das Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) mitgeteilt, daß schon einen Tag vor der Festzeremonie in Washington Dutzende von Mönchen des Klosters Drepung begonnen hatten, als Ausdruck ihrer Freude über die Entscheidung des US-Kongresses, dem Dalai Lama die höchste zivile Ehrung zuteil werden zu lassen, die Halle, die die ihm gewidmet ist, neu zu tünchen. Inzwischen wurden weitere Details bekannt. Außerdem erhielt das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) Bilder aus Tibet, welche die polizeiliche Besetzung des Klosters Drepung angesichts der Verleihung der Gold-Medaille an den Dalai Lama belegen. Diese Bilder sind auf der Website des TCHRD abrufbar: http://www.tchrd.org/press/2007/p000.htmlWährend sich die Nachricht, daß der Dalai Lama die Auszeichnung mit der Goldmedaille des US-Kongresses angenommen hat, immer mehr verbreitete, begannen die Menschen in ganz Tibet spontan das Ereignis zu feiern. Als die Mönche im Kloster Drepung in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Anstalten zu einer feierlichen Zeremonie trafen, wurden sie von 1000 bewaffneten Polizisten in ihrem Tun gestoppt. Einem Bericht in der neuesten Ausgabe von Asia Weekly zufolge wurden einige Mönche geschlagen, als die Behörden gegen das Kloster vorgingen.
Während die Mönche gerade dabei waren, Farben und Kübel bereitzustellen, wurden sie plötzlich von einer Gruppe Polizisten umstellt. Einem Mönch, der gerade zum Umrühren des Farbtopfs angesetzt hatte, versetzte ein Polizeioffizier einen Schlag ins Gesicht und mißhandelte ihn.
Daraufhin eilten andere Mönche herbei und stießen den Polizisten in eine Ecke. Die Mönche fuhren dennoch mit ihrer Arbeit fort, rührten die Farben um und strichen die Wände. Kurz darauf drangen um die 1000 Polizisten in das Kloster ein und übernahmen die Kontrolle. Ein wenig später exerzierten etwa 500 Polizisten, die diverse Schußwaffen schwangen, auf dem Parkplatz des Klosters.
In dem Bericht wird auch die Aussage einer tibetischen Schriftstellerin namens Tsering Woeser zitiert. Auf ihren Anruf in dem Kloster erklärte ihr der Mönch, der ihn entgegen genommen hatte, aufgeregt, daß der Tumult zwar abgeklungen sei, die bewaffnete Polizei aber immer noch im Kloster sei. Jeder Ausdruck der Huldigung an den Dalai Lama sei verboten und das Kloster von der Außenwelt abgeriegelt worden.
Woeser sagte, Gerüchte über den Vorfall hätten sich rasch in Lhasa verbreitet, und es sei die Rede davon, daß über zehn Mönche festgenommen wurden. Sie fügte hinzu, das chinesische kommunistische Regime sei seit der Ankündigung, daß der Dalai Lama mit der Goldmedaille ausgezeichnet wird, in einem Zustand von Panik gewesen. Alle Verwaltungseinheiten hätten Sondersitzungen einberufen und besprochen, wie man die Sache am besten über die Nachbarschaftskomitees* und Tempel in den Griff bekommen könne. Den Tibetern wurde verboten, Festtagskleidung zu tragen und Räucherwerk abzubrennen.
Da die meisten Regierungsämter in Tibet sich in der Nähe der Wohnviertel von Angestellten befinden, verboten einige Einheiten diesen, das Gelände zu verlassen, um ihr Personal besser kontrollieren zu können. Im Ruhestand befindlichen Kader wurden Pensionskürzungen angedroht, falls sie dem Befehl zuwiderhandelten. Trotz der von den lokalen Behörden verhängten Restriktionen hätten, wie Woeser mitteilte, viele Tibeter an dem Tag, an der der Dalai Lama die Goldmedaille empfing, ihre Festkleider angelegt. Frauen seien besonders beherzt gewesen, und Jung und Alt hätten ihre Zöpfe, die sie gewöhnlich hochgesteckt tragen, zu Ehren ihres spirituellen Oberhaupts herunterhängen lassen.
Außerdem stellten viele Tibeter Räuchergefäße am Straßenrand auf und verbrannten Duftgras und Wacholderzweige. Die Luft in Lhasa war von lieblichen Düften erfüllt und es herrschte eine festliche Atmosphäre. Seit der Dalai Lama den Friedensnobelpreis 1989 erhielt, hat man eine solch freudige Stimmung und Erregung unter den Tibetern nicht mehr gesehen.
Der Auftrag der IGFM zielt auf die friedliche Verwirklichung der Menschenrechte, deklariert von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948, dem Tag der Menschenrechte. Seit einigen Jahren leistet die im Jahre 1972 gegründete und seitdem anerkannt gemeinnützige Gesellschaft auch mildtätige Arbeit. Die IGFM hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die Arbeitsgruppe München hat Tibet als Schwerpunkt gewählt. Eine umfangreiche Sammlung von Texten zur Menschenrechtslage in Tibet steht auf unserer Website unter der Rubrik "Tibet", wir versenden auch kostenlos aktuelle Meldungen zu Tibet per e-mail. Anmeldung unter tibet@igfm-muenchen.de.Internationale Gesellschaft fur Menschenrechte (IGFM) Arbeitsgruppe München Jürgen Thierack, Rudolfstr. 1, 82152 Planegg Tel. (+49 89) 85 98 440 oder (+49 89) 811 35 74, Fax 871 39 357 info@igfm-muenchen.de, www.igfm-muenchen.de
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