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Platonakademie(239). Der Durchbruch der neuzeitlichen Aufklärung gelingt erst, wenn Platons Ideenlehre unter die exakten Wissenschaften eingereiht ist / Die Physik begann vor 500 Jahren mit der Weltformel / Zitate, Details, Urteile*)

Platon-Akademie, 3. Januar 2019

Aufklärung ist mit dem Motto „weg von den mythischen Träumen“ allein nicht abgetan. Im klassischen Griechenland versuchte sie - von den Vorsokratikern bis Platon - althergebrachte Phantasien über das Wesen der Wirklichkeit durch prüfbares Faktenwissen zu ersetzen. Das erlahmte allmählich wieder, weil Phantasieren und Glauben den Menschen ungleich bewusster anspricht als analysiertes Wissen.

Glaube ist ein kunstvolles Kulturgut, der Dichtkunst verwandt, der ästhetisch-emotionalen Inspiration, aus der auch die großen Märchen und Dramen entstammen, nicht zuletzt die ganze bildende Kunst einschließlich der Musik. Man kann Glaubensreligionen und Wissenschaft daher leicht voneinander trennen: Glaube ist die künstlerische Seite der Wahrheit, Wissen die ungekünstelte.

Als Gegenstand der Kunst hat die Wirklichkeit allerdings nicht die Kraft, ihre schlüssige Seite hervorzukehren und durchzusetzen. Das lässt uns ganz besonders die immer schon höllisch umstrittene Ethik spüren (PM(232) bis (237)). Und ebenso erreicht Pythagoras´ Vorstellung „Die Welt besteht aus Zahlen“ nur eine Minderheit.

Die belebte Natur, nämlich ihre extreme Komplexität - die innere des Menschen wie die äußere - erscheint dem Gläubigen als werteleeres Chaos. Der Urwald genauso wie die inneren Handlungsantriebe (Motive). Populär kommt das in der beliebten Gleichsetzung der Begriffe „Natur“ und „Wildnis“ zum Ausdruck. Deshalb „muss“ - so die Emotion des Gläubigen - ein Übermensch existieren, der für die Wirklichkeit Werte erfand.

Das wäre eine annehmbare Weltanschauung, würde sie nicht unter Beweismangel und Widersprüchlichkeiten leiden. So aber treibt sie die Menschheit in einen gefährlichen Egoismus. Er verbaut ihr die Chance, jemals aufgeklärt zu werden, und gipfelt heute in der Zerstörung der Biosphäre. Die Zeitgrenze zur Katastrophe ist fast erreicht (PM(237)).

I. Frage an Platon

Heute müsste sich der Homo Sapiens schnellstens daran machen, mit unanfechtbarer Gedankenführung seine Unsicherheiten zu überwinden; herauszufinden, ob das sagenhaft herumgeisternde Jenseits - die Transzendenz - die oberste Ethik-Instanz ist, die ihm die Krone aufsetzt - oder ob die diesseitige, unbegreiflich komplexe Biosphäre seine Werte auflistet; oder vielleicht beides, falls Natur (Wirklichkeit) und Transzendenz einen Zusammenhang ergeben.

In 36 Diskussionen unternahm Platon den weltweit ersten Versuch, solche Letzte Fragen rational bewusst zu machen. Vor allem behandelte er die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zum Transzendenten. Sein Werk ist uns überliefert. Er vermutete ein jenseitiges Reich der ewig unvergänglichen Urbilder unseres vergänglichen Diesseits. Kurz: eine Transzendenz als Vorlage unserer Erfahrungswelt. Er nannte die Urbilder Ideen (gr. idéa das Gedachte). Vielleicht hatte er Kenntnis vom indischen Brahman, dem Weltganzen, dem Einen Allen (PM(223). Danach ist jedes Wesen Teil des Weltganzen. „Tat tuam asi“ heißt es: Das bist du.

Platon kam über die oft nebelhafte verbale Diskussion aber nicht hinaus. Wie der Brahmanismus wurde deshalb auch seine Ideenlehre nie als Wissen empfunden. Beiden fehlte der unbezweifelbare Ansatz, das zuverlässige Urprinzip. Tatsache ist allerdings: Platon schielte bereits mit einem Auge auf eine solche fundamentale Wahrheit, nämlich Héraklits**) Prinzip der unwillkürlich fließenden Zeit. So weit war der Brahmanismus nicht gekommen. Heraklit hatte, wenn auch noch reichlich dunkel formuliert, den Kern aller Dinge im monotonen Fortschreiten der Zeit geortet. Platon drückte sein Prinzip einmal im Dialog Krátylos (gr. Kratýlos) mit dem klaren Wort „Alles schreitet fort“ (panta choréi) aus. Womöglich tat er es schon vor Aristoteles, der dann statt choréi lieber gleichbedeutend rhéi sagte (panta rhéi, das berühmte „Alles fließt“)***).

Warum verknüpfte Platon seine Ideenlehre aber nicht mit dem „Alles“, welches fließt? Seit Pythagoras hätte es genügend mathematisches Grundlagenwissen gegeben (s. III und IV). War man mit der Mathematik damals allgemein überfordert? Es war sicher zunächst wichtiger, sich überhaupt erst einmal der umfangreichen Sachlage bewusst zu werden. Platon berührte aber immerhin - das lässt sich nicht bestreiten - mit dem Begriff „Alles“ insoweit die Mathematik, als es das von der Mengenlehre erfasste Unendliche einschließt, an dem die Transzendenz haftet.

An Platon muss man indes heute eine konkrete Frage richten: Wenn „Alles“ fließt, wie können dann Urbilder unserer Welt unveränderlich sein, d. h. ohne zeitliches Fließen auskommen, wo doch auch sie zu dem „Alles“ zählen? Meinte er mit „Alles“ etwa nur die Erfahrungswelt des Diesseits? Wenn er nur das meinte, dann hätte er nicht „Alles“ sagen dürfen. Sollte er aber das Gefühl gehabt haben, dass im Transzendenten irgendwie auf eine spezielle, noch unbekannte Weise fließende Zeit mit stillstehender Zeit zusammenfallen könnte, dann hätte er sogar Recht gehabt (s. VII).

Heute verwirrt der Begriff Zeit die Öffentlichkeit mehr es in der Antike der Fall war (vgl. Wikipedia). Nun ist es allerdings überflüssig, was die Allgemeinheit von der Zeit denkt, oder wer das „Alles fließt“ zuerst aussprach, oder wie Platon das „Alles“ gemeint hat. Entscheidend ist die Probe aufs Exempel: Man macht aus dem „Alles fließt“ ein analysierbares Axiom (gr. axíoma = das unbestreitbare Prinzip), das dem Wissen jederlei schillerndes Meinen aus dem Weg räumt. Mit ihm prüft man, ob das Diesseits und das Jenseits gleichermaßen dem Denken zugänglich sind.

Bekanntlich erfüllt ein Axiom nur dann derartige Ansprüche, wenn es statt Worten Zahlen benützt. Dass Mathematik die einzige unmissverständliche Sprache ist, weiß bereits ein Schüler. Damit stellt sich neben die Frage an Platon auch gleich noch die Frage an die heutige Grundlagenforschung: Warum unternahmen Universitäten seit Galilei nie den Versuch, das „Alles fließt“ zu formalisieren? Es wäre ihre Aufgabe gewesen. Allein die 1995 erneuerte Akademie Platons (PA) kennt bisher die Formalisierung des antiken Axioms, das bei ihr Gegenwartsbedingung (GB) heißt.

Sie kennt auch das Gerüst der darauf aufbauenden formalen Theorie der fortschreitenden Zeit (TFZ). Der Weg verläuft sehr geradlinig, indem sich die Grundlagen der Physik und die Grundlagen der Mathematik als Parallelen bewähren. Die TFZ ersetzt dabei die religiös maßgebliche, phantastische Allmacht durch die analysierbare Allmacht Zeit. Dabei prallt sie verständlicherweise gegen das bronzezeitliche Träumen im Mythisch-Mystischen. Das Ende der Geschichte: Die TFZ stellt aufgrund unendlich hierarchisch geordneter Universen****) den Zusammenhang her zwischen Platons zeitlosen Urbildern mit den zeitlich veränderlichen Dingen des Diesseits. Das ist ausgeführt im Abschnitt VII.

Den auf Hypothesen schwörenden Denker schockiert die TFZ in Vielem. Sie drängt ja - wie es die Antike schon einleitete - hypothesengestützte Kosmologien in die Ecke von Glaubens-Religionen. Wäre die TFZ nur eine vorbereitende Philosophie, hätten längst Fachleute die Veröffentlichungen der PA stillgelegt. Aber ein Gutachten gegen die TFZ hätte ein echtes Problem: Es müsste solide fundiert sein, weil bereits der Gymnasialphysiker, und schon der Abiturient die TFZ beurteilen kann. Jemand aus Chicago versuchte es daher mit einem Trojaner (der abgefangen wurde).

II. Kosmologen bevorzugen ein Spiel
mit Glaubenswahrheiten

Dass die offizielle Grundlagenforschung immer noch das Arbeiten mit Hypothesen - nichts anderes als die bronzezeitliche Methode des Denkens - favorisiert, ist mehr als bedauerlich. Der Kaiser Justinian verbot Platons Schule, weil sie christliche Glaubenssätze nicht vertrat. 1973 wurde es verboten, die GB in einer Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Bis heute hatten nur 3 Forscher den Mut zu einem konstruktiven Gespräch. Dass einer von ihnen abgemahnt wurde, ist dokumentiert. Nur Werner Heisenberg überbrückte die GB auf geschicktere Weise (PM(15)).

Die Analyse der GB zu verhindern, gelingt letztlich nur mit professoraler Autorität. Schon 1597 behauptete Francis Bacon „Wissenschaft ist Macht“ (heute verkürzt auf „Wissen ist Macht“). Der Verdacht, Wissenschaft werde mit Autorität verbreitet, ist heute kein Geheimnis. Heute würde Bacon daher eher sagen „Wissenschaft ist Politik“. Die SZ wies in einem Artikel vom 15.10.2011 darauf hin, dass Fachjournalisten, die Fehleinschätzungen in der Forschung aufzudecken versuchen, zunehmend die Zensur seitens der Universitäten fürchteten.

Die PA steht mit dem Widerstand gegen das Übliche indes nicht mehr alleine da. Auch die Physikerin S. Hossenfelder hat jüngst mit ihrem Buch „DER KOSMOS IST NICHT HÜBSCH“ (Fischer 2018) Skepsis begründet. Sie äußert Vorbehalte gegen die weltweite Tendenz, Grundlagenfragen nach persönlichem Geschmack zu erledigen, z. B. unbesehen mit Symmetrien zufrieden zu sein.

Von dem abgesehen, war es generell ein eklatanter Fehler der Neuzeit, die griechische Urheberschaft der Grundlagenforschung schlicht und einfach zu vergessen und künftig alles, was nicht aus Fakultäten kommt, zu übergehen. Man ignoriert, dass schon Demokrit für seine Vision des Atoms keinen Doktorgrad brauchte; ebenso wenig Pythagoras für die Entdeckung der rationalen Zahlen; oder Platon; oder Aristoteles; oder Kopernikus, der als Doktor der Kirchenrechte aus heutiger Sicht nicht zuständig war für die datengestützte Überwindung des geozentrischen Weltbildes. Nachträglich nun die ollen Vorsokratiker wieder auszugraben oder gar die arrogante platonische Akademie zu zitieren, ist für Wissenschaftshierarchie schlicht unsinnig.

Die Abhängigkeit der Forschung von Dissertationen, die Althergebrachtes möglichst konservieren, hat z. B. zur Folge dass heute eine voreilige Hypothese die Runde macht: Weil (vermeintlich) nie eine Weltformel gefunden wurde, gebe es offenbar auch keine. Selbstverständlich stimmt das, solange man das „Alles fließt“ umgeht. Die TFZ deckte dann auf, dass bereits Galileis Trägheitsgesetz r = vt die Weltformel war. Der Fahrschüler lernt sie in der Form „Geschwindigkeit = Kilometer pro Stunde“. Weil die GB erst 1969 gefunden wurde, kam die konventionelle Kosmologie mit diesen Ergebnissen noch nicht zurecht.

Im Grunde hat die standardisierte Wissenschaft längst die Grundlagenforschung jenen Schulen überlassen, deren Spur sich von den Vorsokratikern bis in die Gegenwart zieht.

Am 26.11.2011 beschrieb die SZ die Autorität der Universitäten ungeschönt so:
„Am Anfang einer wissenschaftlichen Karriere steht der jahrelange Verzicht auf eigene Identität.“ … „Wer zur Forscherelite aufsteigen will, muss im richtigen Moment Allianzen schmieden und im nächsten die Ellenbogen ausfahren … und sich in Notzeiten zu Frondiensten bereit erklären. …“ … „Er muss, „um in den Forscherolymp aufzusteigen, die Tricks der Falschspielerei beherrschen. …“. Keine Frage, dass auf solcher Basis niemand seinem Vorgesetzten die Vorsokratiker zu empfehlen wagt. Allerdings: Die offizielle Kosmologie steht, wie es neuerdings bereits die Psychologie schmerzlich für sich einleitet (Mitteilung der SZ vom 1.11.2018, S.35), dicht vor dem „Erkenne dich selbst“.

Wie offizielle Hypothesen manchmal ein Zauberland kreieren, demonstriert die Einigkeit der Forschung darüber, dass die Gesamtmasse(!) des Universums beim Urknall auf ein Volumen Null konzentriert gewesen sein soll. Verglichen mit der TFZ: Eine Differenzialgleichung, (s. PM(143)), die deren unkonventionelle Neuerungen verarbeitet, bestätigte schon Ende der achtziger Jahre, was Pascual Jordan und P. Maurice Dirac um 1936 mit Blick auf die großen kosmologischen Zahlen 10^40 und 10^80 vermutet hatten: dass das Universum mit der Masse von nur einem Proton begann und dann mit T^2 bis auf den heutigen Wert von 10^80 Protonen anwuchs.

Diese Gleichung löst ein seit den neunziger Jahren verwunderliches Phänomen: Die plötzliche Zunahme und dann ebenso plötzliche Abnahme der Sternentstehung vor über 10 Mrd. Jahren (siehe PM(143)). Und sie erklärt unkompliziert, warum es Schwarze Löcher in der Größenordnung einer Milliarde Sonnenmassen und mehr geben muss. Viele SL halten sich offenbar im Universum unbemerkt noch dort auf, wo das umgebende Medium ausreichend dünn ist für sein akkreditives Wachstum. Derartige Monster sind konventionell ganz und gar unverständlich. Andererseits sind Unmengen von Minilöchern inzwischen verdampft.

(Anmerkung: Die Hypothese einer unendlichen Anfangsdichte wird in der TFZ durch eine Neuheit verdrängt: Im Richtungs- oder Direktionsraum gibt es ebenso wie im translativen Raum eine kleinste Einheit, aus der die USR folgt. Auch der Richtungsraum ist also gequantelt. Das Elektron z. B. ist ein „Richtungsteilchen“. Seine von der TFZ berechnete Masse bestätigt die Richtigkeit des neuen Bildes (PM(136)).

Der Wissenschaftshistoriker Frederico di Trocchio, Universität Reggio di Calabria, schildert, wie in PM(86) schon erwähnt, in seinem populären Buch „NEWTONS KOFFER“ (Campus 1998) erbitterte Angriffe etablierter Wissenschaftler auf Forscher, die in der Neuzeit herkömmliches Wissen zu korrigieren wagten. Sogar die Himmelsmechanik Newtons wurde anfangs für unsinnig erklärt, woraufhin dieser seine Arbeit 10 Jahre lang nicht mehr bekanntgab.

Die neueste Reaktion auf die autoritäre Haltung von Fakultäten ist das amerikanische „Journal of Controversial Ideas“, wo kritische Wissenschaftler anonym publizieren können, um vor Angriffen geschützt zu sein. „Für das Ansehen von Wissenschaft und Wissenschaftlern ist es ein fatales Zeugnis,“ heißt es in einem SZ-Kommentar vom 17. 11. 2018, S. 35.

Fatal ist das dort, wo es um idealistische Wissensgebiete wie Kosmologie, Teilchenphysik, Tierverhalten und Ähnliches geht. Anders liegen freilich die Dinge auf medizinischem Gebiet. Dort kann auf die fachlich erprobte Oberhoheit der Universitäten wegen des Ernstes der Forschungsgegenstände nicht verzichtet werden.

Die Herausgeber des Journals sollten im Übrigen nicht übersehen, dass ihr Unternehmen oft fahrlässig auch dem Dilettantismus die Tür öffnet - was wiederum die Grundlagenforschung mit zu verantworten hat, wenn sie ebenso fahrlässig den axiomatischen Weg verschmäht.

III. Ziffernblatt und Zeiger

Jetzt zurück zum Axiom „Alles fließt“. Von allen Zeit-Messmethoden hat nicht grundlos die klassische Zeigeruhr die Welt erobert: Ein Ziffernblatt reiht gewöhnliche Zahlen aneinander, die fixierte Zeitpunkte der Vergangenheit und Zukunft darstellen. Die Zeigerspitze dagegen verhält sich genau wie die fließende Gegenwart T des Ichs. Auch T ist eine Zahl, aber immer nur kurzfristig. Zudem ist sie mit einer Ungenauigkeit behaftet. Die Unsicherheit beträgt nur 4,4 10^-24 s (Elementarzeit Ez = t°, PM(74)).

Die Unwahrscheinlichkeit des exakten Wertes von T wird gewöhnlich als Grund dafür gedeutet, dass T fließt (PM(114)).
(Anmerkung: Die psychisch wahrgenommene Breite von T entspricht ganz grob 1 Sekunde.)

Das Ich muss mit dieser wandernden Zahl, dem Jetzt, mitwandern. Es kann nicht anders. Der Leser versuche einmal, zu einem bestimmten Tag seiner Schulzeit zurückzukehren. Dann wird das Gebunden-Sein an das fließende Jetzt deutlich. Das Universum, dessen Alter T mit meiner Gegenwart identisch ist, bleibt zur Gänze an T gebunden. Deshalb haben Galaxien ihren konstant erscheinenden Ort. Diese einfache Grundbedingung liefert die Formalisierung der GB folgendermaßen.

IV. Die Formalisierung
der Gegenwartsbedingung
und ihre Analyse

Wenn ich nie aus meinem Jetzt in meine Vergangenheit oder Zukunft gelangen kann, darf ich offenbar nie zur augenblicklichen Uhrzeit T etwas hinzuzählen oder abziehen. Nur 0. Äquivalent: Ich kann T immer nur mit 1 multiplizieren. Damit ist die GB bereits mathematisch beschrieben. Es gelten nur die Identitäten
T +/- 0 = T und
T X 1 = T (1 dimensionslos)
die sich in einander umrechnen lassen.
Zunächst sieht das nicht weiterführend aus. Aber aus der zweiten Identität lassen sich die Naturgesetze ablesen, wahrscheinlich alle. Schon ihre Umformung in T/T = 1 verrät das. Denn zuvorderst beschreibt sie die abstrakte, dimensionslose(!) Zeitgeschwindigkeit C: „gebrauchte Zeit pro verbrauchte“ Zeit. Das wird gemeinhin als Trivialität übergangen. Wie fruchtbar T/T aber ist, zeigt sich wenn ich den Zähler auf eine räumliche Linie abbilde:
R*/T = 1 oder
R* = CT
Dann bin ich in der Physik. (Zur Abbildung selbst s. unter IV.) Physikalisch gesehen hat C jetzt die Benennung Weg/Zeit. Da die GB ausnahmslos nur für das die Welt wahrnehmende Subjekt (= Ursprung O von R*) gilt, ist C jetzt die Lichtgeschwindigkeit und wir sind in der Speziellen Relativitätstheorie SRT, wo wir statt C üblicherweise c schreiben: R*/T=c.

Der gedachte Bildpunkt des Zählers von T/T auf g ist ein unwillkürlich bewegter Raumpunkt Q* im Abstand R* vom Nullpunkt O. Die TFZ gründet damit ein elementares Maßsystem. c=1. Die Bahn von Q* ist zunächst eine relativ zu O radiale Gerade. Ihre Richtung ist beliebig. R* ist also Radius einer mit c wachsenden Kugel K*. Für Punkte Q auf g mit r < R* ergibt sich (zum Zeitpunkt T) die Geschwindigkeit
v = const < c
r = vT.
Für r > R* jedoch ergibt sich v > c. Dort herrscht Überlichtgeschwindigkeit, also imaginärer Raum. Meine reale Welt ist daher auf das Intervall OQ* bzw. auf das Innere von K* beschränkt. Deshalb heißt OQ* Physikalisches Intervall (PI). Als das bekannt gemacht wurde, kritisierte ein Ordinarius, hier werde T entgegen der ursprünglichen Absicht nun doch mit einer Zahl v ungleich 1 multipliziert. Aber in der GB, so wurde ihm mitgeteilt, bedeute 1 ja auch im Gegensatz zu v einen dimensionslosen Faktor von T.

Die TFZ lässt keine andere Wahl als in R* den Weltradius zu sehen und das Weltalter mit der Gegenwart des Subjektes in O gleichzusetzen. T wächst dann wie R* bei ausreichend großem R* derart langsam, dass man die Ortsveränderung eines Q im PI nicht mehr beobachten kann. Man kann v(Q) nur mit dem Dopplereffekt messen. Dieser ergibt das Hubble-Gesetz in elementarer Form:
v prop. r.
Wenn dem Universum nach alldem der Euklidischen Raum zugrunde liegt, wie stellt sich die TFZ dann die Gravitation vor? Das Problem löst sie sehr elementar.

In PM(74) wird aufgrund der unscharfen Elementarlänge r°=ct° gezeigt, warum für Punkte Q auf g die Unschärferelation USR gilt. Daraus ergibt sich folgende Überlegung. Q gehe zur Zeit t(1) durch einen Spalt 1, zur Zeit t(2) durch einen Spalt 2. Seine Signale aus beiden Spalten vermitteln relativ genaue Örter und demnach eine relativ große Ungenauigkeit der Geschwindigkeitsmessung. Wir interessieren uns für v. v(1) kann in keinem Falle gleich v(2) sein. Die zwei Ortssignale von Q kommen aber beim Beobachter im zeitlichen Abstand
Dt = t(2) - t(1)
an. Verschiedene Geschwindigkeiten desselben Q zu verschiedenen Zeiten begründen den Quotienten
Dv/Dt.
Formal ist das eine wenn auch zunächst unbestimmte Beschleunigung b>0. Deshalb sieht die TFZ hier die Herkunft aller Arten von Beschleunigungen. Seit Einstein ist uns bewusst, dass Beschleunigung und Gravitation grundsätzlich äquivalent sind. Auch die gravitative Feldstärke hat im obigen Falle natürlich nur ungenauen Betrag, aber sie ist nirgends 0.

So wie die radiale, translative Bewegung von Q auf g immer zumindest minimal beschleunigt ist, ist es auch die transversale. Die kartesische Gerade g ist in Wahrheit immer eine gekrümmte Linie.

Die grundsätzlich chaotisch vorgegebenen Beschleunigungen werden erstvon einer aus vielen Q bestehenden Masse M geordnet, die als Zentralmasse fungiert, interessanterweise gemäß Newton GM/R^2. Und darin erweist sich - das ist die nächste schockierende Aussage der TFZ - G als G = c/T, d. h. G nimmt mit dem Weltalter ab (so bereits nach P. Jordan). Die Dimensionen gleichen sich im Maßsystem der TFZ aus. G = c/T hat natürlich weitreichende Auswirkungen auf die konventionelle Kosmologie. Ein österreichischer Astrophysiker verbreitete deshalb, schon als www.platonakademie.de erst eine halbe Stunde im Netz war, das Urteil „Unfug“.

Wichtige Details werden im Abschnitt V nocheinmal begründet. In Kürze:
1. Zu den Quarks s. PM(19), zum Elektron PM(136).
2. Trotz essentiellem b > 0 bleibt es auf großer Skala beim quasi-euklidischen Universum. R* ist letzten Endes tatsächlich der Weltradius und K* das Universum. Denn - wie in PM(27) erklärt - hat die Newtonsche Gravitation GM/R^2 eine endliche Reichweite R°. R° ist proportional zur Wurzel aus M. Im Abstand R° von der Zentralmasse geht GM/R^2 in eine rasch abfallende Exponentialkurve über. Die Gravitation fällt, wenn auch asymptotisch, derart rasch gegen Null, dass sich die Galaxien auf großer Skala im Durchschnitt kaum erreichen (b sehr nahe bei 0). Sie hatten früher, bei kleinerem R*, auch kleinere Massen!

Das Facit: Das TFZ-Universum dehnt sich auf großer Skala nahezu kräftefrei aus, während lokal die nichteuklidische Metrik gilt. Das ist vor allem in www.platonakademie.de HS II behandelt.

V. Die TFZ beweist, dass alle Dinge
des Universums rein vorgestellt sind

Den gewesenen Zustand eines Systems kann man sich bekanntlich nur in Form einer Erinnerung denken. Objektiv ist er nicht zu erfahren. Der objektive (jetzige) Zustand eines Sterns ist mit keinen Mitteln nachweisbar. Immerhin wird uns aber in jedem Augenblich seine gewesene Realität mitgeteilt.

Viel weiter greift in Sachen Realität die Abbildung des Zählers von T/T auf eine Raumgerade. Auch der Nenner müsste R* werden, sobald wir die Abbildung vornehmen. Die PA berief sich indes von Anfang an auf den Erfolg der Analyse der GB und sah in der Definition von „Abbildung“ eine nicht unbedingt zu diskutierende Unvollständigkeit. Es handelt sich aber - zu dieser Interpretation neigt die TFZ heute - wider Erwarten gar nicht um ein mathematisches Problem! Richtig ist: „Allein das Bewusstsein empfindet“ den Zähler in T/T anders als den Nenner. Es macht so die fließende Zeit vorstellbar und nennt sie dann Raum. Alles Räumliche im Universum ist demnach ein vorgestelltes Bild der Zeit (vgl. PM(87)).

VI. Die transzendente Struktur der Welt außerhalb
des Universums drückt sich
als logisch greifbare Unendlichkeit aus

Es wurde schon erwähnt, dass Platons Ideenlehre womöglich vom indischen Brahmanismus inspiriert war. Für Pythagoras mit seiner Vorstellung von einer Wiedergeburt ist das praktisch sicher. Bereits vor 3000 Jahren hatten die Inder das Gefühl, dass unsere erlebte Wirklichkeit einen transzendenten, womöglich unendlichen Hintergrund hat. Während sich jedoch die indischen Denker in Mystik und Riten verzettelten, suchten die griechischen im Jenseits nur Logik.

Als Georg Cantors Mengenlehre dem Begriff „unendlich“ dann einen Platz in der Mathematik verschaffte, wurde erstmals in der Geschichte etwas Transzendentes Teil der exakten Wissenschaft. Vor ihm war Transzendenz Utopie, weil wir nur Endliches wahrnehmen. Schauen wir uns an, wie die TFZ das mit Hilfe der GB analysiert hat!

Aus der abnehmenden Gravitation und den anderen erwähnten unkonventionellen Ergebnissen der TFZ wird deutlich, was sich konventionell bisher dem Einblick entzog: Unser Universum ist ein von innen gesehenes Proton, das Proton aber ein von außen gesehenes Universum. Das beschreiben zwei strukturell identische Gleichungen, in die nur verschiedene Zahlen eingesetzt sind (Quelle: www.platonakademie.de HS IV und PM(7)). Selbstverständlich enthalten die UO neben den Protonen auch die Elektronen (PM(136)).

Das erlaubt den Schluss, dass unser Universum ein Proton in einem übergeordneten Universum ist (Überordnung 1), und unendlich so fort. Umgekehrt ist in jedem Proton unseres Universums der Ordnung 0 ein Universum der Unterordnung -1 enthalten, bestehend aus entsprechend kleinen Protonen, u.s.f. gegen Null. Dass die unendlich vielen Überordnungen der Universen alle untergeordneten verursachen, d. h. selbstverständlich machen (siehe die Zahlen, wo beispielsweise der gegebene Zehner die Existenz der Einer zur Folge hat usw.) und dass deshalb kein Gott unser selbst-verständliches Universum geschaffen haben muss, ist der hier oft erwähnt worden (u. a. PM(6), (7) und (148)).

Ein Subjekt in unserem Universum kann die Entfernung r anderer Universen nicht definieren. Einzige Ausnahme ist r=0 (Deckungsgleichheit). Denn für die subjektive Definition von r ist die Lichtgeschwindigkeit Voraussetzung, während die Verbindung von einem Universum zum andern nur auf imaginärer Überlichtgeschwindigkeit beruht. Befinden wir uns jedoch in einem Universum der Überordnung 1, können wir Distanzen der Universen der Ordnung 0 objektiv messen, wenn auch gemäß der USR immer nur ungenau.

VII. Platons Ideenreich

Wir suchen aus den unendlich vielen Universen der Ordnung 0 alle diejenigen heraus, die im Augenblick T bis auf die Ez gleich alt sind wie das unsere und in denen auch alle Atome sich im Augenblick T am selben Ort befinden wie in unserem Universum. Wir nennen sie die Universen des Zustands T. Sie unterscheiden sich allein durch ihre gegenseitigen Distanzen.

Natürlich ist im nachfolgenden Zustand T´=T+t° unseres Universums der Zustand T Vergangenheit geworden und kann nur noch gedacht werden. Es gibt aber jetzt unendlich viele Universen, die soeben in den vergangenen Zustand T eingetreten sind. T wird dort zwar ebenfalls wieder verlassen, aber es gibt dann abermals andere unendlich viele Universen im Zustand T - und unendlich so fort. Von allem Vergänglichen in unserer Welt existiert also in der Unendlichkeit eine unvergängliche Idee.
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*) Wer mit der TFZ vertraut ist, kann die Abschnitte III, IV und VI auch überspringen.
**) Gr. Herákleitos von Ephesos.
***) Bei Wilhelm Capelle, DIE VORSIKRATIKER, (1968), S.132 steht in der Fußnote: „panta rhéi beruht erst auf Formulierungen des Aristoteles, wo es aber so wörtlich auch nicht steht.“ Platons choréi vergleicht Capelle hier nicht. Vorausgesetzt, Platon schrieb den Kratylos bevor Aristoteles das rhéi einführte, dann ist wahrscheinlich Platon der Urheber der präzisesten Formulierung; denn fließen meint inhaltlich nichts anderes als fortschreiten.
****) Ernst Sandvoss (Prof. der Philosophie in Saarbrücken, +11. Januar 2013), äußerte 1998 in einem Telefongespräch anlässlich der Unendlichen Universenordnungen: „Nur so kann man die Platonakademie noch einmal gründen“.

Portrait der Platonakademie
Die 1995 erneuerte Platon-Akademie (PA) versteht sich als Fortsetzung und Abschluss der antiken. Sie versucht, im naturwissenschaftlich widerspruchsfreien Konsens die richtige Antwort auf die von Platon gestellten Fragen nach der Herkunft der Naturgesetze und nach der besten Gesellschaftsform zu finden. Vor allem ist sie als Internet-Akademie aktiv. Sie strebt keinen juristischen Status an (Verein etc.). Die PA wurde 529 von der Kirche aus weltanschaulicher Konkurrenz verboten.
Anton Franz Rüdiger Brück, geb. 1938, Staatsangehörigkeit Deutsch. Humanistisches Gymnasium. Hochschulstudien: Physik, Mathematik, Philosophie, Pädagogik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst.


Original-Inhalt von Platon-Akademie und übermittelt von Platon-Akademie