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Zoff bei Business Crime Control

Supra News Network, 19. Mai 2018

Hoch schlugen die Wellen auf der Mitgliederversammlung des Bürgerrechtsvereins Business Crime Control (BCC) am vergangenen Samstag in Frankfurt am Main.

Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Hans See, der BCC vor 25 Jahren gründete, hatte die von ihm abgelehnte Einstellung der Printausgabe des vereinseigenen Vierteljahresmagazins auf die Tagesordnung setzen lassen. Sein Widersacher Prof. Reiner Diederich, seit 2017 Beisitzer im Vorstand, und Schriftführerin Victoria Knopp, beide die Macher von „BIG Business Crime“, hatten den Vorstand Ende letzten Jahres überraschend mitgeteilt, keine Zeit mehr für gedruckte Ausgaben zu haben. Mit Hilfe des von ihm in den Vorstand geholten Herbert Stelz hatte Diederich die Mitgliederversammlung auf einen Termin verlegt, an dem der prominente Kritiker der Umstellung auf ein Online-Format urlaubsbedingt nicht anwesend sein konnte.

Stattdessen versuchten Stelz und Diederich, die Versammlung zu nutzen, den Vorstand bei Nachwahlen offensichtlich mit Gefolgsleuten aufzufüllen, was nur aus Zeitgründen misslang. Hierfür hatte Stelz Diederich als Versammlungsleiter durchgesetzt und eigens einen Tag vor der Zusammenkunft im Bürgerhaus Bornheim den seit 2016 aufgrund schwerer Erkrankung nicht mehr an Sitzungen teilnehmenden BCC-Vorsitzenden mobilisiert. Aus der Ferne stimmte Prof. Dr. Erich Schöndorf zu, einen SPD-Parteifreund von Stelz als Neumitglied aufzunehmen. Zuvor hatte Diederich den erst kürzlich mit Hans Scharpf aus dem Vorstand zurück getretenen Hans Möller zur Wiederkandidatur gewonnen. Noch im Januar hatte dieser eine „Eskalation des Konflikts“ mit dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Peter Menne für „unvermeidlich“ erklärt, dann aber im April einen „Rücktritt von Rücktritt“ versucht. Menne hatte sich am Veranstaltungsmorgen krank gemeldet.

Insgesamt zeigte sich BCC in schlechter Verfassung. Neben der Fülle an Rücktritten und Streit erwies sich der Vorsitzende der Frankfurter KunstGesellschaft als Versammlungsleiter heillos überfordert und BCC-Kassierer Carsten Mohr musste mit detaillierter Satzungskenntnis aushelfen. Nur mühsam konnte Mohr den umtriebigen Stelz davon abhalten, die Ersatzregelung für die wegen geringer Teilnehmeranzahl nicht gegebene Beschlussfähigkeit großzügig auszulegen, um Satzungsänderungen und Nachwahlen doch noch zu ermöglichen. Im Lauf der Debatte forderte der Schatzmeister die Besitzer Reiner Diederich und Herbert Stelz auf, ihre Vorstandsämter nieder zu legen.

Zum Showdown dürfte es auf der kurzfristig anzuberaumenden außerordentlichen Mitgliederversammlung kommen, wenn der Erhalt der Gemeinnützigkeit und Nachwahlen auf die Tagesordnung zurückkehren. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass sich im Juni bei dem traurigen Mitbewerber der erfolgreichen Anti-Korruptionsorganisation Transparency International wieder keine Beschlussfähigkeit einstellt.


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