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Zwangsadoptionen in der ehemaligen DDR

OvZ-DDR e.V., 20. Oktober 2009

Unser Verein OvZ-DDR e.V. setzt sich mit dem Thema Zwangs-Adoptionen, staatliche Kindeswegnahme, sowie den oftmals daraus resultierenden Heimaufenthalten, in der ehemaligen DDR auseinander. Wir wollen dazu beitragen, dass dieses Kapitel der DDR die Öffentlichkeit sensibilisiert. Dies wollen wir durch unsere kostenfreie Beratung, über unserem Internetportal und durch Vorträge an Bildungseinrichtungen für Betroffene und politisch Interessierte realisieren. Frau Katrin Behr musste als knapp 5jährige die Verhaftung ihrer leiblichen Mutter miterleben und wurde von der 3. linientreue Pflegefamilie adoptiert. Sie tritt in Vorträgen nicht nur als Zeitzeugin auf, sondern als Geschäftsführerin der Vereins und spricht über die bestehende Problematik aller Betroffenen, die bis in die heutige Zeit hinein reicht.

Viele Menschen suchen heute noch ihre leiblichen Angehörigen, die sie in dem Unrechtstaat der DDR verloren haben. Adoptierte haben das Recht zu erfahren, was ihre Lebensgeschichte in der Vergangenheit betrifft. Viele Adoptierte wissen bis heute nicht, dass sie an „Kindes Statt“ angenommen wurden und somit 2 Elternpaare besitzen, auf Grund dessen das es keine Aufklärungspflicht der Adoptiveltern laut Gesetz besteht. Die Gesundheitsvorsorge der Betreffenden können daraufhin nicht wahrgenommen werden.

Nicht jede Kindeswegnahme war bedingt durch einen Ausreiseantrag, Fluchtgedanken oder durch Staatshetze. Es reichte aus, wenn die Eltern ihre Kinder nicht im Sinne der sozialistischen Erziehung erzogen oder den Eltern eine asoziale Lebenseinstellung nach Paragraf 249 des StGB der DDR vorgewurfen wurde. Aber auch Willkürakte durch die damalige Jugendhilfe, in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, sind keine Seltenheit gewesen.

Es gab zwischen 1960 und 1989, laut Forschungsbericht des Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit in Thüringen, 280.000 politische Häftlinge. Davon waren 130.000 durch den asozialen Paragrafen 249 des StGB der DDR politisch inhaftiert.

Bis heute empfinden leibliche Eltern die Zwangswegnahmen ihrer Kinder als eine politische Strafe.

Jeder Betroffene und politisch Interessierte kann sich an uns wenden. Wir versuchen allen Menschen zu helfen, soweit es uns möglich ist. Unsere Beratungen sind kostenfrei und weisen Wege auf, wohin man sich wenden kann, um auf seiner Suche erfolgreich zu werden.

Um unser Projekt und die daraus folgende Arbeit weiterhin erfolgreich meistern zu können, suchen wir engagierte Menschen, die uns mit ehrenamtlicher Tätigkeit und / oder Sach- und Geldspenden unterstützen. Mit jeder Hilfe und jedem Cent helfen Sie vielen Menschen.
Eingetragener Verein, der sich um die Thematik "Zwangsadoptionen in der DDR" kümmert. Wir helfen allen Betroffenen und möchte die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren.
Wir sind insgesamt 7 ehrenamtliche Mitglieder und bestehen seit 02/2008.OvZ-DDR e.V. (VR 1359 in Gera)
PF: 1445 in 07504 Gera
Tel. 0365 88 26 682
Handy: 0152 22 56 85 36
Mail: KatrinBehr@t-online.de


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