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Schweizer Casinos suchen ausländische Partner

DrückGlück, 5. August 2018

Schweizer Casinos in der Bredouille über den guten Ruf

Im Juni stimmten die Schweizer Wähler mit überwältigender Mehrheit für das neue Glücksspielgesetz des Landes, nach welchem nun nur noch einheimische Casinobetreiber Online-Glücksspiel anbieten können. Das Gesetz schreibt ebenfalls vor, dass die Domains von internationalen Webseiten, die derzeit Schweizer Kunden ohne Schweizer Autorisierung bedienen, blockiert werden. Die Netzkontrolle hat die Schweiz ergriffen.
Das neue Gesetz soll am 1. Januar kommenden Jahres in Kraft treten. Die Schweizer Aufsichtsbehörden führen derzeit eine Konsultation mit den Interessenvertretern durch, um herauszufinden, wie lokale Casinos nun unter den neuen Bedingungen ihr Geschäft auch Online anbieten können. Zu den Themen, welche derzeit zur Diskussion stehen, gehört vor allem, welche Technologieanbieter die Casinos bei ihrem neuen Online Angebot unterstützen können.

Verschiedene Modelle werden diskutiert, darunter reine Lizenzvereinbarungen mit ausländischen Anbietern, die es dem internationalen Unternehmen ermöglichen, alles außer der Casino-Marke zu liefern.

Oder auch die Möglichkeit, Joint Ventures einzugehen, in denen das internationale Unternehmen ein aktiver Partner im Online-Betrieb sein würde. Nur ist das leider nicht ganz so einfach. Eine kleine, aber wichtige Klausel dieser neuen Regelung könnte das alles zunichtemachen.

Wo bleibt denn da der gute Ruf?

Der sogenannte gute Ruf könnte der Sache ein Schnippchen schlagen. Oder den Schweizer Casinos das Geschäft vermasseln. Laut Gesetz können Casinos und Hersteller, welche während der vergangenen fünf Jahre in der Schweiz aktiv waren, keinen "guten Ruf" haben.

Die Schweizer Casinos können laut dem jüngsten regulatorischen Vorschlag der Regierung keinen Online-Glücksspiel-Technologiepartner wählen, der in den letzten fünf Jahren sein Angebot in der Schweiz offeriert hat. Welche Hürde das für die Partner darstellt, das mag man sich in seinen kühnsten Träumen ausmalen.

Denn selbstverständlich hatten viele der großen und hochwertigen Unternehmen irgendwie ihre Hände im Spiel. Auch in der Schweiz spielte man immer schon gerne bei seriösen Online Casinos wie DrückGlück, MrGreen oder Pokerstarscasino und der Markt war vorhanden. Warum sollten sich ausländische Anbieter zurückhalten?

Viele Unternehmen bleiben mit dieser Regelung jetzt vor der Türe stehen, und während man den Casinos die Geschäftspartner verwehrt, nimmt man den Schweizer Casino Spielern damit eine ganze Menge der einst so großzügigen Auswahl weg.

Schweizer Casinos dürfen ihre eigene Technologie nicht nutzen

Eine Reihe von Casinos in der Schweiz befindet sich mehrheitlich im Besitz ausländischer Firmen, die auch Online-Glücksspiel betreiben, darunter Novomatic und Casinos Austria. Und jetzt wird es erst so richtig kompliziert. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass diese in den letzten fünf Jahren ihr ergiebiges Programm auch den Schweizer Casino Spielern angeboten haben, ist natürlich hoch. Es ist quasi unmöglich, dass dies nicht der Fall war.

Dies bedeutet aber nun, dass diese Firmen ihre eigene Technologie nicht nutzen können, um ihre in der Schweiz lizenzierten Online-Sites zu betreiben. Hier hört die Ironie dann erst einmal auf.

Doch wenn man an diesem Punkt angelangt ist, dann fragt man sich, ob sich die Schweizer Casino Elite hier nicht selber eine Falle gestellt hat. Und dann auch noch reingefallen ist. Kann man sich in der Schweiz nun in Kürze auf neue Regelungen gefasst machen, welche die soeben getroffenen Regelungen widerrufen? Unmöglich erscheint das zu diesem Zeitpunkt nicht.


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