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Platon-Akademie (1): Die Grundlagenforschung wird noch einmal bei Galilei anfangen müssen / (Zuletzt gekürzt am 5.12.2014))

Platon-Akademie, 22. Juli 2009

Der viel beachtete Artikel in DIE ZEIT: „Aus! Die Physik steckt in der Krise“ meldete am 26. Januar 2006, dass die Physik mit ihrer Weisheit so gut wie am Ende sei. Das war in der Vergangenheit nicht die einzige Äußerung in der Presse. An der Frage nach den letzten Ursachen oder woher die Naturgesetze letztlich kommen, waren nämlich die kompliziertesten Hypothesen der Physiker gescheitert, und die Geldausgaben waren gestiegen.
Der Schlüssel für eine erhebliche Vereinfachung ist nach Forschungen der Platon-Akademie (PA) direkt vor der Haustür versteckt. Die Physik hat nämlich 400 Jahre lang nicht gesehen, dass das Fließen der Zeit zu formulieren ist. Näheres teilte die PA in einem offenen Brief an die 17 Wissenschaftsministerien des Bundes mit (zu lesen unter www.platonakademie.de/hoersaal_2.php).
Das 20. Jahrhundert bescherte zwar eine wahrhaft brillante Technologie. Die Chronik zeigt jedoch, daß "Hightech" wohl das Hingucken fördert, nicht aber das fundamentale Denken erspart.
1. September 2008. Der gigantischste aller gigantischen Beschleuniger, der LHC, geht in Betrieb, energiereich genug, um Elementarteilchen tiefer denn je aufzubrechen. Die Bundesrepublik hatte für den LHC 800 Mio. Euro gestiftet, 19 weitere Nationen trugen zusammen 2,2 Milliarden bei. Dazu kamen 780 Millionen für Zusatzgeräte. Um die Münzen zu zählen, bräuchte man, bei 8 Stunden Zählarbeit pro Tag, nahezu an die 400 Jahre. Galilei hätte anfangen müssen, damit heute das Guthaben vorliegt.
Zehn Tage später: Zwei Tonnen flüssiges Helium laufen aus. Ein Tunnelstück vereist bis zum absoluten Nullpunkt, Computer und Detektoren versagen. Die überforderten Techniker schalten die Anlagen ab.
Die Physik wagte sich in solche Höhen, weil sie ohne eine Formalisierung des Fließens der Zeit zwar den Zustand der Welt für vergangene und zukünftige Zeitpunkte berechnen kann – morgen 11Uhr 53 wird der Mars die Koordinaten XY haben –, doch ausgerechnet der gegenwärtige Zeitpunkt, in dem die Welt real beobachtet wird, bleibt ausgespart. Glitschig wie der Aal im Wasser ist die Zeit auf der mitgeführten Uhr weder mit der Hand noch mit dem Netz zu fangen, sprich anzuhalten.
Die Formulierung ist indes erfreulicherweise alles andere als abstrakt, so wie man es von Grundlagen eigentlich erwartet. Aus dem Ansatz wäre vielleicht gar nichts weiter geworden, hätte nicht 1973 der (verstorbene) Leiter des Chadwick Laboratory der Universität Liverpool, Prof. Herbert Fröhlich, dringend zur systematischen Untersuchung der Zeit geraten.
Inzwischen ist zu hören, an dem Fließen der Zeit liege es nicht. Ein Motiv dafür mag sein, dass die Grundlagenforschung, seit sie von der Wirtschaft abhängt, nicht mehr nur nach dem Gold der Erkenntnis schürft, sondern auch nach dem glitzernden Finanzstrom.
Wichtige (dennoch noch nicht alle) Konsequenzen aus der unwillkürlich fließenden Gegenwart sind bis heute erkannt. Es erscheint mehr als wahrscheinlich, dass in dem sehr kurzen Augenblick des Jetzt generell die letzten Ursachen verwahrt liegen. Diese Feststellung müssten alle interessierten Physiker und Mathematiker unserer Generation in Zusammenarbeit erarbeiten.

Portrait der Platon-Akademie (PA).
Sie wurde als Fortsetzung der antiken PA neu gegründet und befindet sich im Aufbau. Das Ziel ist jedoch grundsätzlich nicht die Fortsetzung
oder Wiedergabe der Texte Platons. Vielmehr ist es jetzt ihre Aufgabe, im naturwissenschaftlich widerspruchsfreien Konsens die richtige Antwort auf die großen philos. Fragen zu finden.
Verantwortlich: A.Fr. Rüdiger Brück
Staatangehörigkeit Deutsch, Geb. 1938 in Völklingen, Human. Gymnasium, 1959 Abitur. Studien: Pädagogik, Philosophie, Mathematik, Physik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst.


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