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Platonakademie(221): TFZ im Rückspiegel. Mehr zur Gegenwart T / Ein Beitrag für religiös Fragende / Absolute Einheiten sind das Fundament der physikalischen Wirklichkeit, übliche sind nur Rechenwerkzeug / Schon Xenokrátes erkannte die kleinste Länge

Platon-Akademie, 14. Juli 2017

Der unwillkürliche Zeitfluss bringt wie bekannt physikalische Grundlagenbereiche in Zusammenhang. Dabei erweisen sich die absoluten Einheiten (Elementareinheiten EE) als Fundament aller dieser Bereiche, während die gebräuchlichen Maßsysteme nur Rechenwerkzeug sind. Man kann die absoluten daher Wurzelspitzen des Seins nennen. Als erster nannte Xenokrátes aus Chalkedón, ein Schüler Platons, Gründe für eine Elementarlänge (El). In unserer Zeit kamen Arthur Eddington und Werner Heisenberg zu der Vorstellung.

Die wirkliche Herleitung gelingt jedoch wie bekannt nur mit der unwillkürlichen Variablen Gegenwart T (1969/70). Schlüsse aus den EE, in diesen Artikeln behandelt, sollen vor allem die fundamentale Rolle der EE bestätigen. Denn die EE lenken den Blick ab von den kindlich-schöpferischen Familienreligionen der Völker hin zu einem logischen Atheismus, der auf das vedische Ureine als Grundstein zielt. Hierzu PM(210). Die heutige Ablehnung der religiösen Sexualethik, der Rückzug der Kirchen vor der Biologie, die Misserfolge der Religionskriege, spiegeln den Verfall der lange genug vorherrschenden irrationalen Gedankenwelt der Bronzezeit. Diese Unsicherheiten deuten insbesondere wegen des Fundamentalsatzes (PM(113)) dem Vorausblickenden an, dass die Ethik allgemeinmenschlichen Verhaltens Schulter an Schulter steht mit den physikalischen Naturgesetzen.

I. Tiefer greifende Bemerkungen

Adam Ries führte die Variablen ein. Seit der Antike gibt es jedoch keine historische Quelle für die mathematische Handhabung einer unwillkürlichen Variablen. Der einzige ausdrückliche Hinweis auf sie ist ebenfalls bei Xenokrátes zu finden, in einem Satz wo es heißt „die Seele (das Ich, d.Verf.) ist eine sich selbst bewegende Zahl“.

Mit der unwillkürlichen Variabilität brachte Xenokrátes die EE sicher nicht in Zusammenhang, aber er sah wie oben erwähnt die Notwendigkeit der Herleitung einer El. Er stand mit dem Gedanken an ein Diskontinuum direkt am Eingang zur Quantenphysik. Wir würden heute so fragen: Kann man sich das Kontinuum des Euklidischen Raumes überhaupt ohne absolute Einheiten vorstellen? Gefühlsmäßig: nein. Gefragt ist deshalb deren Herleitung.

Die Gegenwart T kommt in der reinen Mathematik nicht vor (was ein Fehler ist, denn die Peano-Axiome demonstrieren die Zeit am Vollzug des Denkens), sondern nur - wie schon die Benennung „Zeit“ klar macht - als physikalische Variable: Jedes Subjekt, auch in der abstrakten Form eines Koordinatenursprungs O, ist, sofern T eingeführt wird, so lange an T gebunden, als es nicht in (seine) Zukunft oder Vergangenheit abweichen will. Nicht unwesentlich ist: Es kann gar nicht abweichen. Der Verbleib in der Gegenwart wird folglich dadurch ausgedrückt, dass man dimensionslose(!) Faktoren a>/<1 von T, mit denen T malgenommen werden soll, verbietet (= Gegenwartsbedingung GB)). Wenn vor T ein Faktor a erscheint, muss er getrennt bestehen bleiben.

Beispiele: In Termen wie axyT (a>/<1 Kontante, x,y willkürliche Variable, T unwillkürlich) kommt a als Faktor vor, aber es ist nicht erlaubt, ein Produkt aT auszumultiplizieren. Alles muss sich an der GB orientieren. Ein altes Beispiel zeigt solche Konsequenzen: Was für eine Bedeutung hat 2 in dem Term 2(c^2)T=2ccT? Dieser beschreibt die Zunahme der TFZ-Weltmasse M* pro t°, also dM*/dT mit dT=t°, was man durch Integration leicht bestätigt. Im Einzelnen findet der Leser die Weltmasse begründet unter

www.platonakademie.de, HS V, Nr. F., S. XV ff.

Dort wird c=r°/t° ausgeschrieben, die Elementarmasse m° (schwere Masse) eines bewegten Punktes Q° ist r°^2 und T ist nt°. Dargestellt wird der Zuwachs von M* als Zahl z neu entstehender Q°. Der Faktor 2 vergrößert weder c^2 noch T, sondern nur z.

(Anmerkung: Der Zusammenhang der Protonenmasse (unter Berücksichtigung der kleinsten Kugel beträgt sie 1,67262 10^-24 g; a.a.O. s. S. XIX:) mit der Weltmasse wurde unter Einbeziehung der uns gleichgeordneten Universen geklärt (a.a.O. S. XVII). Die detaillierte Ausführung hierzu scheint korrekt zu sein, allerdings werde ich voraussichtlich diese Überlegungen der achtziger Jahre nicht mehr aufgreifen. Das sei denen überlassen, die sich für die TFZ interessieren. Es war noch nie einfach, frühe Überlegungen zum zweiten Mal anzustellen. Heisenberg gab die Entwicklung seiner Theorie im Alter auf, die freilich wesentlich mehr Grundprobleme mit sich brachte als die TFZ. Jordan teilte mir mit, dass er seine Hypothese der Zunahme der Weltmasse und Abnahme von G, die aus der TFZ klar folgen, nicht mehr unter neuen Gesichtspunkten prüfen werde.)

II. Sonderstellung des
absoluten Maßsystems

Beginnen wir dem Einsteiger zuliebe noch einmal bei der galileischen Bewegung r=vt, wo v gegeben ist. r>0 ist der Abstand eines Punktes Q von O, also seine von t>0 abhängige variable Koordinate r. Wir beschränken uns auf positives r. Irrationales r ist bei der Beobachtung in keinem Falle greifbar, so dass wir r immer als p/q verstehen (p,q=1,2,3,…). Dabei trägt p die Dimension Länge, q ist dimensionslos. Multipliziere ich beliebiges q auf die rechte Seite, erhalte ich links ganzzahlige Abstände p. Dies aber nur wenn ich dabei t um den Faktor q in die Zukunft verschiebe, denn v ist konstant vorgegeben und als bloßer isolierter Faktor von vT ist q sinnlos. Wenn t jedoch die Gegenwart T bedeutet, verträgt sich damit nur q =1. r ist also ein aus n=1,2,3,… ganzzahligen Einheiten r°=p-(p-1)=1 bestehender Abstand p von O, ein Diskontinuum.

q ungleich 1 kann ich zwar erhalten, wenn ich die Multiplikation der Gleichung mit q verbiete. Das Verbot wäre aber eine unbegründete axiomatische Hypothese. Verboten ist wegen der GB nur das Ausmultiplizieren von qT.

Wie groß ist aber die Einheit r° im Vergleich zu den Ausdehnungen in der makroskopischen Welt? Undenkbar ist, dass Einheiten wie m, cm, Elle, Yard, Meile, mm, Nanometer, km oder gar Lichtjahr usw. jeweils sofort unteilbare, absolute Einheiten werden, sobald T die Gegenwart bedeutet. Dennoch gibt es offenbar die absolute nicht unterteilbare Einheit. Das absolute Maßsystem mit der Einheit r° ist eben nicht im Makrokosmos, sondern im Bereich der Dinge mit unbeeinflussbarer Ausdehnung zu suchen. Kieselsteine oder Planeten sind keine solchen Dinge. Schon Heisenberg und Eddington dachten, dass der Durchmesser (oder Radius) des Nukleons eine absolute Ausdehnung sein müsse und verdächtigten diese auch als kleinste Länge. Die ungewohnte absolute Einheit Heisenbergs sagte dann den Physikern allerdings so wenig wie die abnehmende Gravitation G=c/T und zunehmende Weltmasse M*=ccTT Jordans und Diracs.

Die empirische Ausdehnung des Protons r°=1,32 10^-15 m hat sich jedoch numerisch als Elementarlänge r° bewährt. Mit der TFZ zeigte sich, dass auf die Elementareinheiten die Quantenphysik zurückgeht, s. in PM(217).
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Kontakt: Anton Franz Rüdiger Brück, geb. 1938, Staatsangehörigkeit Deutsch. Humanistisches Gymnasium. Hochschulstudien: Physik, Mathematik, Philosophie, Pädagogik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst. Zuschriften bitte per Post an: s. Impressum in platonakademie.de


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