ssvn as

Platonakademie (239) Der Durchbruch der neuzeitlichen Aufklärung gelingt erst, wenn Platons Ideenlehre unter die exakten Wissenschaften eingereiht ist*) / Geringf. Änderungen am 9.7.2019

Platon-Akademie, 3. Januar 2019

I. Überblick

Heute müsste sich der Homo Sapiens schnellstens daran machen, mit unanfechtbarer Gedankenführung seine Unsicherheiten zu überwinden; herauszufinden, ob ihm das sagenhaft herumgeisternde Jenseits - die Transzendenz - als oberste Ethik-Instanz die Krone aufsetzt, oder ob in der diesseitigen, unbegreiflich komplexen Biosphäre (Natur) seine Werte definiert sind; oder vielleicht beides, falls Natur und Transzendenz zusammenhängen.

In 36 Diskussionen unternahm Platon den weltweit ersten Versuch, solche Letzte Fragen rational zu beantworten. Besonderes Gewicht legte er auf die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zum Transzendenten. Er vermutete ein transzendentes Reich der ewig unvergänglichen Urbilder unseres vergänglichen Diesseits. Er nannte die Urbilder Ideen, gr. idéa das Gedachte. Vielleicht hatte er Kenntnis vom Brahman, dem altindischen Weltganzen, dem einen Alles (PM(223). Danach ist jedes Wesen, Atman genannt, Teil des Brahman.

Platon kam über die verbale Diskussion nicht hinaus. So wurde deshalb auch seine Ideenlehre nie als Wissen akzeptiert. Es fehlt der unbezweifelbare Ansatz, ein Urprinzip, das erst zuverlässig ist, wenn man damit auf mathematischer Basis, und sei ihre Benützung noch so unkompliziert, Schlüsse ziehen kann. Die von Pythagoras gefundenen rationalen Zahlen hätten zunächst einmal genug leisten können. Es war aber zunächst wohl wichtiger, sich der umfangreichen Sachlage überhaupt bewusst zu werden.

Tatsache ist: Platon ahnte bereits sowas wie ein Urprinzip, ein Axiom, nämlich Héraklits**) Feststellung des Zeitflusses. So weit war der Brahmanismus nicht gekommen. Heraklit hatte, wenn auch reichlich unpräzise formuliert, im steten Fortschreiten der Zeit den Kern aller Dinge geortet. Platon drückte dies einmal wie ein Urprinzip im Dialog Krátylos (gr. Kratýlos) mit dem Wort „Alles schreitet fort“ (panta choréi) aus. Womöglich tat er es schon vor Aristoteles, der dann statt choréi lieber gleichbedeutend rhéi sagte (panta rhéi, das berühmte „Alles fließt“)***). Dass dies ein weitreichendes Prinzip ist, sagt das Wort „Alles“.

Heute verwirrt der Begriff Zeit die Öffentlichkeit mehr es in der Antike der Fall war. Nun ist es allerdings überflüssig, was die Allgemeinheit über die Zeit denkt, oder wer das „Alles fließt“ zuerst aussprach, oder ob Platon in das „Alles“ auch das zeitlose Ideenreich einbezog. Entscheidend ist die Probe aufs Exempel: Man macht aus dem Fließen der Zeit ein analysierbares Axiom (gr. axíoma = das unbestreitbare Prinzip), das dem Wissen jederlei schillerndes Meinen aus dem Weg räumt. Mit ihm prüft man, ob das Diesseits und das Jenseits gleichermaßen dem Denken zugänglich sind.

Bekanntlich erfüllt ein Axiom nur dann derartige Ansprüche, wenn es statt Worten Zahlen benützt. Dass Mathematik die einzige unmissverständliche Sprache ist, weiß bereits ein Schüler. Damit stellt sich die Frage an die heutige Grundlagenforschung: Warum blickte sie nie auf die griechische Antike zurück, um das „Alles fließt“ zu formalisieren? Es wäre ihre Aufgabe gewesen. Die Antwort lautet: In der Neuzeit vertraute man nur noch dem Empirismus. Ein Alles erfassenden Axiom war Phantasie. Die 1995 erneuerte Akademie Platons kennt es aber in formalisierter Form und nennt diese die Gegenwartsbedingung (GB).

Sie kennt auch das Gerüst der darauf aufbauenden formalen Theorie der fortschreitenden Zeit (TFZ). Der Weg verläuft sehr geradlinig in dem Sinne, dass sich die elementaren Grundlagen der Physik und die elementaren Grundlagen der Mathematik als Parallelen bewähren. Die TFZ zeigt aufgrund der unendlich hierarchisch geordneter Universen****) sogar, warum sich die Veränderlichkeit der Dinge mit der von Platon behaupteten Zeitlosigkeit der Urbilder verträgt, obwohl er Alles(!) als veränderlich versteht. Das ist ausgeführt im Abschnitt VII.

II. Kosmologen veranstalten ein Spiel
mit Glaubenswahrheiten

Dass die offizielle Grundlagenforschung immer noch das Arbeiten mit Hypothesen - nichts anderes als bronzezeitliche Glaubensentwürfe - favorisiert, ist mehr als bedauerlich. Schon der Kaiser Justinian verbot Platons Schule, weil sie christliche Glaubenssätze nicht vertrat. Der berühmte Simplikios, Akademiemitglied, musste damals Athen verlassen. Im Jahr 1973 wurde erneut verboten, die GB in einer Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Darüber existiert ein Gerichtsurteil. Bis heute hatten nur 2 Forscher den Mut zu einem konstruktiven Gespräch mit der PA. Einer von ihnen wurde abgemahnt. Werner Heisenberg überbrückte die GB auf geschickte Weise (PM(15)) - obwohl der erste aus ihr folgende Nachweis die Annahme Heisenbergs und Eddingtons einer kleinsten Länge bestätigte.

Die Analyse des griechischen Ansatzes „Alles fließt“ zu verhindern, gelingt aber letztlich nur mit Autorität. Schon 1597 behauptete Francis Bacon „Wissenschaft ist Macht“ (heute verkürzt auf „Wissen ist Macht“). Der Verdacht, Wissenschaft werde mit Autorität verbreitet, ist kein Geheimnis mehr. Heute würde Bacon daher eher sagen „Wissenschaft ist Politik“. Die SZ wies in einem Artikel vom 15.10.2011 darauf hin, dass Fachjournalisten, die Fehleinschätzungen in der Forschung aufzudecken versuchen, zunehmend die Zensur seitens der Universitäten fürchteten.

Die PA steht aber mit der Skepsis gegenüber konventionellem Denken nicht mehr alleine da. Auch die Physikerin S. Hossenfelder hat jüngst mit ihrem Buch „DER KOSMOS IST NICHT HÜBSCH“ (Fischer 2018) zur Skepsis aufgerufen. Sie äußert Vorbehalte gegen die weltweite Tendenz, Grundlagenfragen nach persönlichem Geschmack zu erledigen, z. B. sich unbesehen mit Symmetrien zufrieden zu geben.

Von dem abgesehen, war es ein eklatanter Fehler der Neuzeit, die griechische Urheberschaft der Grundlagenforschung schlicht und einfach zu vergessen und künftig nur das, was aus Fakultäten kommt, zu übernehmen. Man ignoriert einfach, dass schon Demokrit für seine Vision des Atoms keinen Doktorgrad brauchte; ebenso wenig Pythagoras für die Entdeckung der rationalen Zahlen; oder Platon; oder Aristoteles; oder Kopernikus, der als Doktor der Kirchenrechte aus heutiger Sicht nicht zuständig war für seine datengestützte Überwindung des geozentrischen Weltbildes. Man bedenkt heute nicht, dass es völlig unsinnigerweise abgeblehnt wird, noch einmal die ollen Vorsokratiker auszugraben. Oder gar die arrogante platonische Akademie zu zitieren. Beides halten Fakultäten für unwürdig.

Dissertationen davon abhängig zu machen, dass sie Althergebrachtes voll anerkennen, hat z.B. zur Folge, dass heute eine gewichtige Falsch-Meinung vorherrscht: Weil nie eine Weltformel gefunden worden sei, gebe es offenbar auch keine. Die TFZ deckte dann auf, dass Galileis Trägheitsgesetz r = vt die Weltformel war. sie folgt unmittelbar aus der GB („Alles fließt“). Der Fahrschüler lernt sie in der Form „Geschwindigkeit = Kilometer pro Stunde“. Weil die GB erst 1969 gefunden wurde, kam die konventionelle Kosmologie mit diesen Ergebnissen bisher noch nicht zurecht.

Im Grunde hat die standardisierte Wissenschaft längst ihre Grundlagenforschung jenen freigestellt, deren Spuren sich auf die griechischen Denkern zurückverfolgen lassen.

Am 26.11.2011 beschrieb die SZ die Autorität der Universitäten so: „Am Anfang einer wissenschaftlichen Karriere steht der jahrelange Verzicht auf eigene Identität.“ … „Wer zur Forscherelite aufsteigen will, muss im richtigen Moment Allianzen schmieden und im nächsten die Ellenbogen ausfahren … und sich in Notzeiten zu Frondiensten bereit erklären. …“ … Er muss, „um in den Forscherolymp aufzusteigen, die Tricks der Falschspielerei beherrschen. …“. Sicher ist dieses Urteil, soweit es generell gelten soll, übertrieben. Dass man freilich auf solcher Basis einem Vorgesetzten die Vorsokratiker nicht zu empfehlen wagt, ist kaum zu bestreiten.

Die moderne Wissenschaft gleicht wegen ihrer Abhängigkeit von riesigen Finanzhilfen in vielem der Parteienpolitik. Trotzdem: Die offizielle Kosmologie steht, wie es neuerdings bereits die Psychologie schmerzlich für sich einleitet (eine Mitteilung der SZ vom 1.11.2018, S.35), dicht vor dem „Erkenne dich selbst“.

Wie Hypothesen manchmal ein Zauberland malen, demonstriert die Einigkeit der Forschung in Sachen Gesamtmasse(!) des Universums: Man toleriert einen irrsinnigen Urknall bei unendlicher Dichte. Dass Pascual Jordan und P. Maurice Dirac um 1936 mit Blick auf die großen kosmologischen Zahlen 10^40 und 10^80 vermutet hatten, das Universum sei mit 1 Proton gestartet und die Weltmasse habe sich dann mit dem Quadrat des Weltalters vermehrt, schieben alles Kosmologen einträchtig beiseite. Dabei wissen sie genau: Der Raum enthält virtuelle Teilchen!

Die kosmologische Gleichung der TFZ (PM(243)) löst das Problem zu Gunsten von Jordan und Dirac: Die plötzliche Zunahme und dann ebenso plötzliche Abnahme der Sternentstehung vor über 10 Mrd. Jahren ist eine wichtige empirische Bestätigung. Sie erklärt zudem, wie unkompliziert Schwarze Löcher der Größenordnung von Milliarden Sonnenmassen entstehen. Viele solche SL halten sich im Universum unbemerkt noch dort auf, wo das umgebende Medium ausreichend dünn geworden ist für akkreditives Wachstum der SL. Derartige Monster gelten offiziell als ganz und gar unverständlich. Aber lieber nicht verstehen als nachdenken.
(Anmerkung: Die Hypothese einer unendlichen Anfangsdichte wird in der TFZ durch Neuheiten verdrängt: Im Richtungs- oder Direktionsraum gibt es ebenso wie im translativen Raum eine kleinste Einheit r°, aus der die USR folgt. Auch der Richtungsraum ist also gequantelt. Das Elektron z. B. ist ein „Richtungsteilchen“. Seine von der TFZ berechnete Masse bestätigt die Richtigkeit der Messergebnisse (PM(136)).

Der Wissenschaftshistoriker Frederico di Trocchio, Universität Reggio di Calabria, schildert, wie in PM(86) schon erwähnt, in seinem populären Buch „NEWTONS KOFFER“ (Campus 1998) erbitterte Angriffe etablierter Wissenschaftler auf Forscher, die in der Neuzeit herkömmliches Wissen zu korrigieren wagten. Sogar die Himmelsmechanik Newtons wurde anfangs für unsinnig erklärt, woraufhin dieser seine Arbeit 10 Jahre lang nicht mehr bekanntgab.

Die neueste Reaktion auf die autoritäre Haltung von Fakultäten ist das amerikanische „Journal of Controversial Ideas“, wo kritische Wissenschaftler anonym publizieren dürfen, um vor Angriffen geschützt zu sein. „Für das Ansehen von Wissenschaft und Wissenschaftlern ist es ein fatales Zeugnis,“ heißt es in einem SZ-Kommentar vom 17. 11. 2018, S. 35. Auch die PA veröffentlicht dort nicht.

Fatal ist diese Zeitschrift dort, wo es um „idealistische Wissensgebiete“ wie Kosmologie, Teilchenphysik, Tierverhalten und Ähnliches geht. Anders liegen freilich die Dinge auf medizinischem, also „realistischem“ Gebiet. Dort kann auf die fachlich erprobte Oberhoheit der Universitäten wegen des Ernstes der Forschungsgegenstände nicht verzichtet werden.

III. Ziffernblatt und Zeiger

Jetzt zurück zum griechischen „Alles fließt“. Von allen Zeit-Messmethoden hat nicht grundlos die klassische Zeigeruhr die Welt erobert: Ein Ziffernblatt reiht gewöhnliche Zahlen aneinander, die fixierte Zeitpunkte von Vergangenheit und Zukunft darstellen. Die Zeigerspitze dagegen verhält sich genau wie die fließende Gegenwart T des Ichs. Auch T ist eine Zahl, aber immer nur kurzfristig. Zudem ist sie mit einer Ungenauigkeit behaftet. Die Unsicherheit der Ausdehnung von T beträgt nur 4,4 10^-24 s (Elementarzeit Ez = t°, PM(74)). Dass der Wert von T nicht exakt festliegt, ist nach der TFZ der Grund dafür, dass T fließt (PM(114)).
(Anmerkung: Die psychisch wahrgenommene Breite von T entspricht ganz grob 1 Sekunde.)
Das Ich muss mit dieser wandernden Zahl, dem Jetzt, mitwandern. Es kann nicht anders. Der Leser versuche, zu einem bestimmten Tag seiner Schulzeit zurückzukehren. Dann wird ihm seine Bindung an das fließende Jetzt deutlich. Das Universum, dessen Alter T mit meiner persönlichen Gegenwart identisch ist, bleibt zur Gänze an T gebunden. Deshalb haben Galaxien ihren konstant erscheinenden Ort. Diese einfache Tatsache (Hubble-Gesetz), nicht aber die verbale Erkenntnis „Alles fließt“, lieferte 1969 die Formalisierung der GB, und zwar folgendermaßen.

IV. Die Formalisierung
der Gegenwartsbedingung
und ihre Analyse

Wenn ich nie aus meinem Jetzt in meine Vergangenheit oder Zukunft gelangen kann, darf ich offenbar nie zur augenblicklichen Uhrzeit T etwas hinzuzählen oder abziehen, außer 0. Äquivalent: Ich kann T immer nur mit 1 multiplizieren. Damit ist die GB mathematisch beschrieben. Es gelten nur die Identitäten
T +/- 0 = T und
T X 1 = T (1 dimensionslos)
die sich in einander umrechnen lassen.

Zunächst sieht das nicht weiterführend aus. Aber aus der zweiten Identität lassen sich die Naturgesetze ablesen, höchstwahrscheinlich alle. Schon ihre Umformung in T/T = 1 verrät das: T/T beschreibt die, wenn auch abstrakte, Zeitgeschwindigkeit C: „Gebrauchte Zeit pro verbrauchte Zeit“. C ist dimensionslos! Das wird gemeinhin als Trivialität übergangen. Wie fruchtbar T/T aber ist, zeigt sich, wenn ich den Zähler auf eine räumliche Gerade g abbilde:
R*/T = 1 oder
R* = CT
Dann bin ich in der Physik. (Zur Abbildung selbst mehr unter IV.) C hat jetzt die Benennung Weg/Zeit. Da die GB ausnahmslos nur für das die Welt wahrnehmende Subjekt (= Ursprung O von R*) gilt, ist C jetzt die Lichtgeschwindigkeit und wir sind in der Speziellen Relativitätstheorie SRT, wo wir statt C üblicherweise c schreiben: R*/T=c.

Der gedachte Bildpunkt des Zählers von T/T auf g ist ein unwillkürlich bewegter Raumpunkt Q* im Abstand R* vom Nullpunkt O. Die TFZ gründet damit das elementare Maßsystem c=1. Die Bahn von Q* ist zunächst eine relativ zu O radiale Gerade. Ihre Richtung ist beliebig. R* ist also Radius einer mit c wachsenden Kugel K*. Für Punkte Q auf g mit r < R* ergibt sich (zum Zeitpunkt T) die Geschwindigkeit
v = const < c
r = vT.
Für r > R* jedoch ergibt sich v > c. Dort herrscht Überlichtgeschwindigkeit, also imaginärer Raum. Meine reale Welt ist daher auf das Intervall OQ* bzw. auf das Innere von K* beschränkt. Deshalb heißt OQ* auch Physikalisches Intervall (PI). Als das bekannt gemacht wurde, schrieb ein Ordinarius, hier werde T entgegen der ursprünglichen Absicht nun doch mit einer Zahl v ungleich 1 multipliziert. Aber v, so wurde ihm mitgeteilt, habe eine Benennung. In der reinen GB bedeute 1 einen dimensionslosen Faktor von T.

Die TFZ lässt keine andere Wahl als in R* den Weltradius zu sehen und das Weltalter mit der Gegenwart des Subjektes in O gleichzusetzen. T wächst dann wie R* bei ausreichend großem R* derart langsam, dass man die Ortsveränderung eines Q im PI nicht mehr beobachten kann. Man kann v(Q) nur mit dem Dopplereffekt messen. Dieser ergibt das Hubble-Gesetz in elementarer Form: v prop. r.

Berechtigte Frage: Wenn dem Universum nach alldem der Euklidischen Raum zugrunde liegt, wie stellt sich die TFZ dann die Gravitation vor? Das Problem löst sie sehr elementar. In PM(74) wird aufgrund der unscharfen Elementarlänge r°=ct° gezeigt, warum für Punkte Q auf g die Unschärferelation USR gilt. Daraus ergibt sich folgende Überlegung. Q gehe zur Zeit t(1) durch einen Spalt 1, zur Zeit t(2) durch einen Spalt 2. Seine Signale aus beiden Spalten vermitteln ungenaue Örter und demnach eine relativ große Ungenauigkeit der Geschwindigkeitsmessung. Wir interessieren uns für v. v(1) kann in keinem Falle gleich v(2) sein. Die zwei Ortssignale von Q kommen aber beim Beobachter im zeitlichen Abstand
Dt = t(2) - t(1)
an. Verschiedene Geschwindigkeiten desselben Q zu verschiedenen Zeiten begründen den Quotienten
Dv/Dt.
Formal ist das eine wenn auch zunächst nicht näher bestimmte Beschleunigung b>0. Deshalb sieht die TFZ hier die Herkunft aller Arten von Beschleunigungen. Seit Einstein ist uns bewusst, dass Beschleunigung und Gravitation grundsätzlich äquivalent sind. Auch die gravitative Feldstärke hat im obigen Falle natürlich nur ungenauen Betrag, aber sie ist nirgends und niemals 0.

So wie die radiale, translative Bewegung von Q auf g immer zumindest minimal beschleunigt ist, ist es auch die transversale. Die kartesische Gerade g ist in Wahrheit immer eine gekrümmte Linie.

Der im großen Maßstab Euklidische Raum von K* ergibt sich nun so:

t° muss in jedem Augenblick >0 sein. 4,4 10^-24 s ist allerdings nur der wahrscheinlichste Wert. Ist ein Q (Ausdehnung r°) zu weit von der Zentralmasse entfernt, empfängt es nicht mehr in jedem Augenblick T einen Beschleunigungsvektor. Von einer gewissen Entfernung R° (s. PM(27)) ab fällt daher die Wahrscheinlichkeit, noch beschleunigt zu werden, exponentiell gegen Null.

Die Abstände der Galaxien waren zu keiner Zeit im Mittel so klein, dass sich eine das ganze Universum abdeckende Gravitation ergab. Das erklärt sich so: Die grundsätzlich chaotisch vorgegebenen Beschleunigungen werden erst von einer aus vielen Q bestehenden Masse M geordnet, die als Zentralmasse fungiert, interessanterweise gemäß Newton GM/R^2. Und darin erweist sich - das ist die nächste schockierende Aussage der TFZ - G als c/T, d. h. G nimmt mit dem Weltalter ab (so bereits nach P. Jordan). Die Dimensionen gleichen sich im Maßsystem der TFZ aus. Nicht an der Expansion teilnehemnde Massen M wie die der Sonne und von Festkörpern nehmen andererseits mit T zu. Folglich ist GM=const. Die Planetenbahnen sind stabil. Das hat weitreichende Folgen für die die konventionelle Kosmologie. Ein österreichischer Astrophysiker verbreitete allerdings schon binnen einer halben Stunde nach Hochladen von www.platonakademie.de das Urteil „Unfug“.

Wichtige Details in Kürze:
1. Zu den Quarks s. PM(19), zum Elektron PM(136).
2. Lokal, d.h. in der Nähe von M, gilt nichteuklidische Metrik. Das ist vor allem in www.platonakademie.de HS II behandelt.

V. Die TFZ beweist, dass alle Dinge
des Universums rein vorgestellt sind

Den gewesenen Zustand eines Systems kann man sich bekanntlich nur in Form einer Erinnerung denken. Objektiv ist er aber nicht zu erfahren. Der objektive (jetzige) Zustand eines Sterns ist mit keinen Mitteln nachweisbar. Immerhin wird uns aber in jedem Augenblich seine gewesene Realität mitgeteilt.

Viel weiter greift in Sachen Realität die Abbildung des Zählers von T/T auf eine Raumgerade g. Auch der Nenner müsste ja R* werden, sobald wir die Abbildung vornehmen. Es handelt sich aber wider Erwarten gar nicht um ein Abbildungsproblem! Richtig ist: Allein das Bewusstsein empfindet den Zähler in T/T anders als den Nenner. Es macht so die fließende Zeit vorstellbar und nennt sie dann Raum. Anders gesagt: Das Bewusstsein erfindet für die Abbildung des Zählers eine Raumgerade. Alles Räumliche im Universum ist demnach vorgestellte Zeit (vgl. PM(87)).

VI. Die transzendente Struktur der Welt außerhalb
des Universums drückt sich
als logisch greifbare Unendlichkeit aus

Es wurde schon erwähnt, dass Platons Ideenlehre womöglich vom indischen Brahmanismus inspiriert war. Bereits vor 3000 Jahren hatten die Inder das Gefühl, dass unsere erlebte Wirklichkeit einen transzendenten, nur vorstellbaren, womöglich unendlichen Hintergrund hat. Während sich jedoch die indischen Denker in Mystik und Riten verzettelten, suchten die griechischen Denker das Jenseits mit Logik.

Als Georg Cantors Mengenlehre dem Begriff „unendlich“ dann einen Platz in der Mathematik verschaffte, wurde erstmals in der Geschichte etwas Transzendentes Teil der exakten Wissenschaft. Vor Cantor war Transzendenz Utopie, weil wir nur Endliches wahrnehmen. Schauen wir uns an, wie die TFZ die Transzendenz erschlossen hat!

Aus der abnehmenden Gravitation und den anderen erwähnten unkonventionellen Ergebnissen der TFZ wird deutlich, was sich konventionell bisher dem Einblick entzog: Unser Universum ist ein von innen gesehenes Proton, das Proton aber ein von außen gesehenes Universum. Das besagen zwei strukturell identische Gleichungen, in die nur verschiedene Daten eingesetzt sind (Quellen: PM(243) und www.platonakademie.de HS IV). Selbstverständlich existieren neben den Protonen auch die Elektronen (PM(136)).

Die erlaubt den Schluss, dass unser Universum ein Proton in einem übergeordneten Universum ist (Nr. der Überordnung z.B. 1). Es gibt dann eine Überordnung 2 usw. Umgekehrt enthält ein Proton unseres Universums der Ordnung 0 ein ganzes Universum der Unterordnung -1, abermals bestehend aus entsprechend kleineren Protonen der Ordnung -2, u.s.f. gegen Null. Dass die unendlich vielen Überordnungen der Universen alle untergeordneten verursachen, d. h. selbstverständlich machen und dass deshalb kein Gott unser selbst-verständliches Universum geschaffen haben muss, erklären ausführlich die PM(243) und (148).

Ein Subjekt in unserem Universum kann die Entfernung r anderer Universen der Ordnung 0 nicht definieren. Einzige Ausnahme ist r=0 (Deckungsgleichheit). Denn für die subjektive Definition von r ist die Lichtgeschwindigkeit Voraussetzung, während die Verbindung von einem Universum zum andern nur auf imaginärer Überlichtgeschwindigkeit beruht. Befinden wir uns jedoch in einem Universum der Überordnung 1, können wir Distanzen der Universen der Ordnung 0 objektiv als Distanzen zwischen Protonen messen, wenn auch gemäß der USR immer nur ungenau.

VII. Platons Ideenreich

Ich suche aus den unendlich vielen Paralleluniversen meiner Ordnung 0 im Augenblick T alle die unendlich vielen heraus, die bis auf t° gleich alt sind wie das meine und in denen auch alle Atome sich im Augenblick T am selben Ort befinden wie in meinem Universum. Ich nenne sie die Universen des Zustands T. Sie unterscheiden sich allein durch ihre gegenseitigen Distanzen.
Natürlich ist dann im nachfolgenden Zustand T´=T+t° meines Universums der Zustand T Vergangenheit geworden und kann nur noch gedacht werden. Es gibt aber jetzt unendlich viele Universen, die soeben in den vergangenen Zustand T eingetreten sind. T wird dort zwar ebenfalls wieder verlassen, aber es gibt dann abermals andere unendlich viele Universen im Zustand T - und unendlich so fort. Von allem Vergänglichen in unserer Welt existiert also in der Unendlichkeit eine unvergängliche Idee.
¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬¬________________

*) Wer mit der TFZ vertraut ist, kann die Abschnitte III, IV und VI auch überspringen.
**) Gr. Herákleitos von Ephesos.
***) Bei Wilhelm Capelle, DIE VORSIKRATIKER, (1968), S.132 steht in der Fußnote: „panta rhéi beruht erst auf Formulierungen des Aristoteles, wo es aber so wörtlich auch nicht steht.“ Capelle vergleicht hier nicht Platons choréi mit dem rhéi. Vorausgesetzt, Platon schrieb den Kratylos bevor Aristoteles das rhéi einführte, dann ist wahrscheinlich Platon der Urheber der präzisesten Formulierung; denn fließen meint inhaltlich nichts anderes als fortschreiten. Panta rhéi erscheint erst bei Simplikios wörtlich.
****) S. PM(243). Ernst Sandvoss (Prof. der Philosophie in Saarbrücken, +11. Januar 2013), äußerte 1998 in einem Telefongespräch anlässlich der Unendlichen Universenordnungen: „Nur so kann man die Platonakademie noch einmal gründen“.
___________________

Portrait der Platonakademie
Die 1995 erneuerte Platon-Akademie (PA) versteht sich als Fortsetzung und Abschluss der antiken. Sie versucht, im naturwissenschaftlich widerspruchsfreien Konsens die richtige Antwort auf die von Platon gestellten Fragen nach der Herkunft der Naturgesetze und nach der besten Gesellschaftsform zu finden. Vor allem ist sie als Internet-Akademie aktiv. Sie strebt keinen juristischen Status an (Verein etc.). Die PA wurde 529 von der Kirche aus weltanschaulicher Konkurrenz verboten.
Anton Franz Rüdiger Brück, geb. 1938, Staatsangehörigkeit Deutsch. Humanistisches Gymnasium. Hochschulstudien: Physik, Mathematik, Philosophie, Pädagogik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst.


Original-Inhalt von Platon-Akademie und übermittelt von Platon-Akademie