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Platonakademie (243): Neufassung von PM(7) (Kopie) / Die Selbstverständlichkeit der Welt / Ein Gott als Schöpfer ist nicht erforderlich

Platon-Akademie, 26. Februar 2019

Die Erstfassung von PM(7) wurde nicht mehr als aktuell empfunden und durch folgenden neuen Text ersetzt, der ein ergänzter und geänderter Auszug aus PM(233) (Thema Ethik) ist.

Obwohl allem Anscheine nach in der Literatur nicht davon die Rede ist, gibt es für das Verständnis der absoluten Selbst-Verursachung der Welt einen logischen Weg.

Jedermann wird es z. B. als Selbstverständlichkeit ansehen, dass der Zehn-Euro-Schein (wir wählen damit das Zehnersystem) 10 einzelne Euro repräsentiert, egal aus welchem Material diese hergestellt sind. Sie sind nichts weiter als seine immanente Substanz, aber wir können von einer Verursachung der Einer-Euro durch den Zehner-Euro sprechen, wenn wir damit keine zeitlich-kausale Verursachung ausdrücken, sondern den Wechsel von der Vorstellung des Zehners zur neuen Vorstellung der 10 Einer übergehen. In der PA wird das Wort „Ursache“ bevorzugt. Man könnte auch "Begründung" sagen.

In derselben Weise verursacht jede Ein-Euro-Münze ihrerseits die Existenz von Zehntel-Euros, diese wiederum sind jeweils Existenz-Ursache für einzelne Cent. So geht es unendlich weiter mit 0,01 Euro, 0,001 Euro … Alle Zahlen gegen Null sind von dem Zehner verursacht.

Man verlässt, wie bereits ersichtlich, den Vergleich mit dem Geld und stellt fest, dass diese Art von Selbstverursachung die Zahlen charakterisiert: Der Zehner verursacht alle denkbaren kleineren in ihm enthaltenen Zahlen. Bleibt die Frage, woher wir dann überhaupt den Zehner haben. Er könnte ja eine reine Behauptung sein. Aber er ist bereits verursacht, denn es gibt ja den Hunderter, den wiederum gibt es, weil es den Tausender gibt und unendlich so weiter.

Weil es keine größte Zahl gibt, stehen wir vor einer Ordnungs-Folge vom grenzenlos Großen bis zum grenzenlos Kleinen und stellen fest: Unendliche Ordnungen dieser Art Hierarchie erklären jede beliebige Zahl zur Selbst-Verständlichkeit. Zahlen lassen sich nicht abschaffen.

Die Rolle der Unendlichen Ordnungen (UO) stammt aus den Jahren nach 1956. Sie waren aber nicht auf Zahlen, sondern auf Universen spezialisiert. Die Anfangsidee war: Unser Universum könnte dadurch verursacht sein, dass es ein größeres Universum gibt, unter dessen Nukleonen es z. B. ein Proton darstellt, aber natürlich eines, das wir von innen sehen. Analog zu den Zahlenordnungen gäbe es unendlich viele Überordnungen von Universen, insbesondere also auch kein größtes. Dann wären alle Universen der UO durch übergeordnete verursacht; ohne göttlichen Erschaffer. Schon Pythagoras vermerkte ahnungsvoll, die Welt bestehe aus Zahlen.

In einem von uns beobachteten Proton würde sich dann analog dem Zahlensystem ein ganzes Universum befinden, und dieses bestünde wiederum aus untergeordneten Protonen … in einer gegen 0 gehenden Folge von Ordnungen.

Die Idee einer solchermaßen hierarchisch geordneten Welt hat 1980 der Astrophysiker Carl Sagan so beschrieben: „Es gibt eine Idee, eine reichlich sonderbare Idee, die einen nicht mehr loslässt und ganz in ihren Bann schlägt, eine der großartigsten Annahmen in Wissenschaft und Religion, die völlig unbewiesen ist und vielleicht auch unbeweisbar bleiben wird . . .“ (Carl Sagan, UNSER KOSMOS, Knaur 1982, S. 277). Den innewohnenden Verursachungsmechanismus erwähnte er nicht.

Geht man von der Formalisierung der fließenden Zeit - der Gegenwartsbedingung - aus, ergibt sich eine ganze Reihe von neuen Bildern der physikalisch/kosmologischen Wirklichkeit. Dies ist die „Theorie der fließenden Zeit“ (TFZ). Es finden sich bei formaler Verwendung der Neuheiten der TFZ zwei Gleichungen, deren eine die empirische Innenansicht des TFZ-Universums beschreibt, die andere die empirische Außenansicht des TFZ-Protons. Die beiden Gleichungen sind strukturell identisch, lediglich die Daten für TFZ-Universum und -Proton machen den Unterschied. Daher werden diese Gleichungen als Beweis für die Existenz der UO angesehen. Sie sind veröffentlicht als Gln. I und II unter www.platonakademie.de HS IV.
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Portrait der Platonakademie. Die 1995 von Anton Franz Rüdiger Brück erneuerte Platon-Akademie (PA) versteht sich als Fortsetzung und Abschluss der antiken. Sie versucht, im naturwissenschaftlich widerspruchsfreien Konsens die richtige Antwort auf die von Platon gestellten Fragen nach der Herkunft der Naturgesetze und nach der besten Gesellschaftsform zu finden. Vor allem ist sie als Internet-Akademie aktiv. Sie strebt keinen juristischen Status an (Verein etc.). Die PA wurde 529 von der Kirche aus weltanschaulicher Konkurrenz verboten. A. Fr. R. Brück, geb. 1938, ist Autor dieser Artikel. Staatsangehörigkeit Deutsch, Humanistisches Gymnasium. Hochschulstudien: Physik, Mathematik, Philosophie, Pädagogik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst. Zuschriften bitte per Post an: s. Impressum in platonakademie.de


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