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Platonakademie (244): Die PA informierte die Philosophen der Universität Saarbrücken über die Selbstverursachung der Welt / Autor Brück

Platon-Akademie, 16. März 2019

„Nachdem ich kürzlich der DFG eine Nachricht über das Gesetz der fortschreitenden Gegenwart und zweitens über die unendlich hierarchisch geordneten Universen („UO“) schickte, möchte ich diese Nachricht auch dem Philosophischen Institut der Universität Saarbrücken zukommen lassen. Denn Prof. Ernst Sandvoss rief mich 1998 einmal an, um mitzuteilen, dass man nur mit einem Argument wie den UO die Platonakademie wiederherstellen könne*).

Von den UO handelt meine beigefügte Pressemitteilung PM(243). Beigefügt ist u. a. auch PM(242) mit dem Text an die DFG. Über den allgemeinen Zugang zu meinen PM s. Briefkopf.

Die UO bestätigen das Ápeiron des Anaximander. Ich ahnte früh, dass sie auch mit dem Ideenreich Platons identisch sein könnten, nicht aber, dass das sogar beweisbar ist
(siehe Abschnitt VII von PM(239) in der Anlage).

Ihren Nachweis verdanken die UO der Formalisierung des Gesetzes der fortschreitenden Zeit. Sie gelang mir 1969. Allerdings stieß ich auf die Formalisierung nicht mit Blick auf die weit ausholende griechische Erkenntnis „Alles fließt“, sondern an Hand des gegenständlichen kosmologischen Hubble-Gesetzes.

Ab dem Jahr 1956, noch bevor mir die griechische Fassung des Zeitflusses überhaupt bewusst wurde, ging mir die Idee von unendlich geordneten Universen im Kopf herum, weil dieses System sich selbst verursacht (PM(243)). Damals redete ich von der „Selbstverständlichkeitstheorie“. Im christlichen Humanistischen Gymnasium Rosenheim der fünfziger Jahre war indes die unchristliche altgriechische Philosophie weder im Geschichts- noch im Griechischunterricht ein Thema. Sie wurde mit dem einen Ausspruch des Sokrates „Ich weiß dass ich nichts weiß“ erledigt. Dass indes Anaximander die Ursache
(arché) der Welt in der Unendlichkeit sah und Anaxagoras sagte, zum Kleinen gebe es immer noch ein Kleineres, zum Großen immer ein Größeres - beides Eigenschaften der UO - das musste ein Interessierter erst von anderswo hören**).

Es entstand die Frage, ob denn ein so wichtiges System nicht streng nachweisbar ist. Der Astrophysiker Carl Sagan beschrieb 1980 dasselbe System in seinem Buch UNSER KOSMOS (Dt. Knaur 1982, S. 277), bezweifelte indes seine Beweisbarkeit und erwähnte auch nicht seine Selbstverursachung.

Auf der Suche nach dem Beweis belegte ich nach dem Abitur 8 Semester lang Physik- und Mathematikvorlesungen u. a., wobei ich mir die Vorlesungen selbst auswählte, denn es ging mir ausschließlich um die Beweissuche. Die Vorlesungen vermittelten zwar nötige Vorkenntnisse, aber nicht den geringsten Hinweis auf die Denkbarkeit von solchen Universenordnungen.

1969 wurde ich dann bei der autodidaktisch fortgesetzten Suche in einem populären Buch des Physikers Robert Gouiran auf den vielsagenden Satz über die Energie des Makrokosmos aufmerksam, „wo vielleicht die Ausdehnung des Universums ein Grund dafür ist, dass man die Zeit nicht umkehren kann.“ (R. Gouiran, ELEMENTARTEILCHEN UND BESCHLEUNIGER, Kindler 1967, S. 29). Das hatte zwar nichts mit den UO zu tun, aber der Satz verriet mir - ich erinnere mich, es war in den Tagen der zweiten Mondlandung - dass uns ja der Sekundenzeiger einer Uhr das Fortschreiten des Weltalters T im Kleinen vorführt. T ist sozusagen eine unwillkürliche Variable, die sich in keinem Augenblick T (= Gegenwart) mit einer anderen Zahl als 1 multiplizieren lässt, nachdem das Weltalter weder „zurückgeschraubt werden kann noch vor-“.

Ich nannte die Beschränkung auf den Faktor 1 die „Gegenwartsbedingung (GB)“. Diese Formalisierung ließ sich nun als „Theorie der fortschreitenden Zeit“ (TFZ) mathematisch analysieren. Im 7. Abschnitt des Textes für die DFG erwähne ich, dass die Anwendung der GB die moderne physikalische Grundlagenphysik von der Wurzel auf außerordentlich vereinfacht.

Die GB war der formale Gehalt des „Alles fließt“ der griechischen Philosophen, das ich zwar kannte, jedoch, wie auch die UO, in der lawinenartigen Fülle von Konsequenzen wieder aus den Augen verlor. Anfangs befürchtete ich, für die Auswertung nicht die Zeit zu haben, was Prof. H. Fröhlich, Liverpool, bedauerte. Er riet mir trotzdem dazu (s. Anlage). In Wirklichkeit zog sich die Analyse dann wegen ihrer Konfrontation mit den falschen Hypothesen der konventionellen Grundlagenphysik Jahr um Jahr in die Länge. Die Unhaltbarkeit dieser - immer noch gebräuchlichen - Hypothesen geht auf die Benützung der Zeit als ausschließlich feste Zahl zurück.

Die Unendlichen Ordnungen waren zwar in Vergessenheit geraten, aber 1986 war ich überrascht, dass sie mir längst in Form zweier bekannter Gleichungen vorlagen, die ich nur hätte vergleichen müssen. Es sind dies die Gln. I und II in www.platonakademie.de, Hörsaal IV, (1998).

Dass die UO die logisch fassbare Realisierung von Platons Ideenreich sein könnten, faszinierte mich damals zunehmend. Dann fiel mir in den neunziger Jahren noch dies auf: Xenokrátes hatte gesagt, die Seele - die die Dinge mit den Ideen verbindet - sei eine selbstbewegte Zahl, also ein unwillkürliche Variable. Die Seele als Gegenwartserlebnis der Welt? Hinzu kam Xenokrátes´ Vermutung, es gebe eine kleinste Länge. Dies war das Allererstaunlichste. Denn seit 1969 gilt die Existenz einer kleinsten Länge als das für die ganze TFZ wichtigste Ergebnis der GB.

Immer klarer wurde also, dass die Vorsokratiker und v. a. die antike Akademie gefühlsmäßig die TFZ gegründet hatten. Der englische Empirismus [PM(141)] schreibt zwar die griechische Antike ab, es gelingt ihm jedoch nur oberflächlich. Daher beschloss ich 1995 die Fortsetzung der vom Christentum verbotenen Platonakademie. Auch jetzt ist sie wieder für kleine Kreise gedacht, vor allem im Internet.

Weil sich das Ideenreich zu guter Letzt sogar exakt mit den UO identifiziert - siehe PM(239), VII - wird es künftig weltweit die alteuropäisch verwurzelte Grundlagenwissenschaft anführen. Die UO lassen beides zu: zeitlich veränderliche und zeitlich unveränderlich-ewige Ideen. Platon hat über diese Doppeldeutigkeit intensiv nachgedacht.

So viel Erläuterung zu meinem Bericht an die DFG.“
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*) Seine Äußerung wurde auch in PM(239) erwähnt.
**) Die drei hier unmittelbar vorangehenden Sätze sind im Brieftext nicht enthalten.
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Portrait der Platonakademie. Die 1995 von Anton Franz Rüdiger Brück erneuerte Platon-Akademie (PA) versteht sich als Fortsetzung und Abschluss der antiken. Sie versucht, im naturwissenschaftlich widerspruchsfreien Konsens die richtige Antwort auf die von Platon gestellten Fragen nach der Herkunft der Naturgesetze und nach der besten Gesellschaftsform zu finden. Vor allem ist sie als Internet-Akademie aktiv. Sie strebt keinen juristischen Status an (Verein etc.). Die PA wurde 529 von der Kirche aus weltanschaulicher Konkurrenz verboten.
A. Fr. R. Brück, geb. 1938, ist Autor dieser Artikel. Staatsangehörigkeit Deutsch, Humanistisches Gymnasium. Hochschulstudien: Physik, Mathematik, Philosophie, Pädagogik. Ausgeübter Beruf: Bis 2000 Lehrer im Staatsdienst. Zuschriften bitte per Post an: s. Impressum in platonakademie.de


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